Wien – Die heimische Venture Capital/Private Equity-Branche steht vor Veränderungen. Die bisherige Organisationsform der Fonds, über die Geld eingesammelt und verteilt wurde – die Mittelstandsfinanzierungsgesellschaft (MiFiG) – muss laut EU-Kommission ersetzt werden.

Der Umbau orientiert sich an den "Leitlinien der Gemeinschaft für staatliche Beihilfen zur Förderung von Risikokapitalinvestitionen in kleine und mittlere Unternehmen" und stößt Branchenkennern sauer auf. "Daraus wird sofort die Schwäche dieser Reform ersichtlich, da Private Equity kein Instrument der staatlichen Beihilfe ist. Dementsprechend ist der geplante Umbau mit dem bisherigen Geschäftsmodell völlig unvereinbar", sagt Stefan Haslinger, Partner des Wirtschaftsprüfers KPMG.

Die steuerlichen Aspekte der MiFiG-Regelung müssten weiterhin bewahrt werden. Der Entwurf stelle vor allem aufgrund der kurzen Übergangsfristen und starken Einschränkungen der Beteiligungsmöglichkeiten eine Gefährdung der Branche dar. Dies werde das Vertrauen ausländischer Investoren in die Rechtssicherheit des österreichischen Finanzplatzes verringern, sagt Christian Kaltenegger von der Venture-Dachorganisation AVCO. Der Gesetzesentwurf spiegle die Anforderungen der heimischen Private Equity Industrie nicht wider und bringe Nachteile für den Wirtschafts- und Finanzplatz. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13./14.10.2007)