"Österreich" wehrt sich gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Interview mit der 15-jährigen Arigona Zogaj. Der Ungenacher Pfarrer Josef Friedl, der das von Abschiebung bedrohte Mädchen betreut, hatte kritisiert, dass es sich bei dem, was "Österreich" als erstes Interview mit Arigona ausgab, in Wirklichkeit um ein Telefonat des Mädchens mit seinen Geschwistern gehandelt habe. "Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner wies diese Darstellung gegenüber der APA zurück.

Laut Pfarrer Friedl habe sich bei ihm ein Anrufer gemeldet und erklärt, dass die beiden kleinen Geschwister mit dem Mädchen sprechen wollten. Der Mann habe sich bei Arigona nur erkundigt, wie es ihr gehe, und den Hörer dann an die Kinder weitergegeben. Später sei daraus ein angebliches Interview geworden. "Ich wurde missbraucht", sagte Friedl dazu.

Fellner: "Pfarrer hat immer gewusst, mit wem er spricht"

"Der Pfarrer hat immer gewusst, mit wem er spricht", entgegnete dem "Österreich"-Chef Wolfgang Fellner. Von einem "Missbrauch" könne also keine Rede sein. Fellner schilderte die Abläufe, die zur Entstehung des Interviews führten, folgendermaßen: "Österreich"-Reporter Lexer, der sich derzeit beim abgeschobenen Vater und den bereits abgeschobenen Geschwistern Arigona Zogajs im Kosovo befindet, habe über sein Handy telefonischen Kontakt zwischen den auseinandergerissenen Familienmitgliedern hergestellt. Nachdem Arigona das Gespräch mit ihren Geschwistern beendet hatte, habe Lexer schließlich das Interview mit dem Mädchen geführt.

Einige Zeit später sei Arigona nochmals kontaktiert und gefragt worden, ob man ihre Aussagen als Interview bringen dürfe. "Sie hat dem zugestimmt und das Interview autorisiert. Das entspricht allen journalistischen Standards höchster Güte und ist ein ganz normaler journalistischer Vorgang", so Fellner Kritik (APA)