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Nach dem am Samstag begonnenen Verfahren drohen Alberto Fujimori noch drei weitere Gerichtsprozesse wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption.

Foto: AP/Caretas Magazine
Lima - Der frühere peruanische Präsident Alberto Fujimori ist erstmals seit seiner Auslieferung von Chile an sein Heimatland verhört worden. In dem ersten von mehreren Prozessen gegen den früheren Staatschef (1990-2000) geht es um eine illegale Hausdurchsuchung bei seinem früheren Geheimdienstchef Vladimiro Montesinos. Dafür drohen dem 69-Jährigen bis zu sieben Jahre Haft.

Er habe die Durchsuchung des Hauses im Jahre 2000 angeordnet, räumte Fujimori ein. Jedoch nur, um den kurz zuvor entlassenen und flüchtigen Montesinos festnehmen zu lassen, berichtete die Zeitung "El Comercio" am Samstag unter Berufung auf die Justiz. Videomaterial, das ihn, Fujimori, belastet habe, habe er hingegen nicht konfiszieren lassen. Ein Urteil in diesem ersten Prozess könnte bereits in drei Wochen ergehen.

Die Prozesse wegen schwerer Menschenrechtsverbrechen sollen Ende November beginnen. In diesen Verfahren, bei denen es um den Tod von 25 Menschen geht, drohen Fujimori bis zu 30 Jahre Haft. Fujimori hatte 2000 eine offizielle Auslandsreise vorgetäuscht, um sich nach Japan, in die Heimat seiner Vorfahren abzusetzen. Dort war er wegen seiner zweiten, japanischen Staatsbürgerschaft vor einer Auslieferung nach Peru sicher. 2005 reiste er jedoch nach Chile, wo er in Haft genommen wurde. Vor drei Wochen wurde er ausgeliefert. (APA/dpa)