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Jonny Wilkinson in seinem Element.

Foto: Alex Livesey/Getty Images

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Die Mähne von Sebastien "dem Anästhesisten" Chabal hängt so traurig wie der gesamte Mann nach der Niederlage Frankreichs eben war.

Foto: AP
Paris - Titelverteidiger England steht bei der Rugby-Weltmeisterschaft erneut im Endspiel. Im ersten Halbfinale setzten sich die Engländer am Samstagabend in Paris etwas überraschend 14:9 (5:6) gegen Gastgeber Frankreich durch. Die Franzosen führten in einem äußerst spannenden Spiel bis sechs Minuten vor dem Ende 9:8, ehe Englands Flyhalf Jonny Wilkinsson mit einem Straftritt und einen Dropkick das Blatt wendete.

Den Weltmeistern gelang im 90. Aufeinandertreffen der Erzrivalen ein optimaler Start mit einem Try von Josh Lewseynach nur 78 Sekunden - dem schnellsten der WM-Geschichte. Es sollte der einzige des Spiels bleiben Obwohl sich die Franzosen im ausverkauften Stade de France bis zur Halbzeit zurückkämpften und über eine Stunde lang in Führung lagen, mussten sie sich am Ende wie schon vor vier Jahren in Australien geschlagen geben.

Frankreichs Flyhalf Lionel Beauxis verwandelte drei Penalties aus ebensovielen Versuchen, einer davon aus extrem großer Entfernung. Die knappe Führung hielt bis kurz vor Schluss. Mit diesem Sieg ist England nun das einzige Land neben Australien, dass in drei WM-Finali präsent war oder ist, davon zweimal hintereinander.

Frankreich, das mit der Verabschiedung Neuseelands im Semifinale für die Sensation des Turniers gesorgt hatte, musste einen Schritt vor dem Endspiel die Segel streichen. Die Gastgeber agierten zu Beginn der zweiten Halbzeit sehr druckvoll, konnte seine Gelegenheiten aber nicht nutzen. Die Engländer hielten außerdem stark dagegen und dominierten wie schon gegen Australien im Scrum und zeigte nach dem Wechsel auch mehr Initiative. Und Wilkinson war in den entscheidenden Minuten erneut die Verlässlichkeit in Person. Die Renaissance des Titelverteidigers, der ganz schwach ins Turnier gestartet war, ist jetzt schon eines der bemerkenswertesten Comebacks der Sportgeschichte. (red)

  • England - Frankreich 14:9 (5:6), St. Denis 80.000

    Punkte:

    Frankreich - Penalties: Lionel Beauxis (3)

    England - Try: Josh Lewsey, Penalties: Jonny Wilkinson (2); Drop goal: Wilkinson

    Frankreich: 15-Damien Traille, 14-Vincent Clerc, 13-David Marty, 12-Yannick Jauzion, 11- Cedric Heymans (21-Christophe Dominici 61), 10-Lionel Beauxis (20-Frederic Michalak 51), 9-Jean-Baptiste Elissalde, 8-Julien Bonnaire, 7-Thierry Dusautoir, 6-Serge Betsen (19-Imanol Harinordoquy 67), 5-Jerome Thion, 4-Fabien Pelous (18-Sebastien Chabal 25), 3-Pieter de Villiers (17-Jean-Baptiste Poux 66), 2-Raphael Ibanez (captain) (16-Dimitri Szarzewski 51), 1-Olivier Milloud

    England: 15-Jason Robinson, 14-Paul Sackey, 13-Mathew Tait, 12-Mike Catt (21-Toby Flood 69), 11-Josh Lewsey (22-Dan Hipkiss 40), 10-Jonny Wilkinson, 9-Andy Gomarsall (20-Peter Richards 71), 8-Nick Easter (18-Lawrence Dallaglio 69), 7-Lewis Moody (19-Joe Worsley 54), 6-Martin Corry, 5-Ben Kay, 4-Simon Shaw, 3-Phil Vickery (captain) (17-Matt Stevens 56), 2-Mark Regan (16-George Chuter 66), 1-Andrew Sheridan