Die Tage werden kürzer, die Sonnenstunden rar und nicht einmal ein einprägsames Datum ist in Sicht – nicht gerade die beste Zeit zum Heiraten. Im Internet lassen sich dennoch ein paar fragwürdige Gründe finden, die für eine Hochzeit im Herbst oder Winter sprechen: Das Paar hat eine große Auswahl an Gaststätten, im Saal ist es nicht zu warm und weil alles günstiger ist, lässt sich Geld sparen. Damit wiederum könnte man die Hochzeitstorte etwas pompöser ausstatten. Zwar legt HSBC Trinkaus gerade jetzt ein Produkt auf, das die Hochzeitstorte im Namen trägt, von Luxus-Variante kann hier aber weniger die Rede sein.

Die Struktur ist einfach: Die „Wedding Cake“-Anleihe (DE 000 TB0 ZZU 7) hat – wie eine traditionelle Hochzeitstorte – drei Stufen. Je nach Schwankungsintensität des DAX können Anleger fünf, neun oder zwölf Prozent Zinsen am Laufzeitende, Ende Juli 2009, vereinnahmen. Für den höchsten Zinssatz von zwölf Prozent, was (unter Berücksichtigung des Agios) einer Rendite von sechs Prozent p.a. entspricht, darf sich der Leitindex bis dahin gerade einmal in einer Range zwischen 85 und 115 Prozent bewegen. Als Referenzkurs wird der Stand des Barometers am 25. Oktober festgehalten. Steht der DAX zu diesem Zeitpunkt beispielsweise bei 7.950 Punkten, ist ein Abfall in den nächsten 20 Monaten unter 6.757,50 Punkte und ein Anstieg über 9.142,50 Punkte verboten. Die zweite Stufe der „Rendite-Torte“ gewährt dem DAX einen größeren Spielraum von 75 bis 125 Prozent des Referenzstands. Bleibt der Leitindex innerhalb dieses Korridors, kommt im Juli 2009 ein Kupon von neun Prozent zur Auszahlung (Rendite 4,4 Prozent p.a.). Den Rahmen für die dritte und letzte Stufe hat die Emittentin noch nicht final abgesteckt. Die untere Schwelle wird hierfür zwischen 62 und 68 Prozent, die obere zwischen 132 und 138 Prozent liegen. Auf diesem „Torten-Boden“ erhalten Anleger einen fünfprozentigen Kupon am Laufzeitende, was einer p.a.-Rendite von mageren 2,2 Prozent entspricht. Schwankt der DAX in den nächsten 20 Monaten stärker und kann sich auch auf der breitesten „Torten-Stufe“ nicht halten, bekommen Anleger am Ende lediglich den Nominalwert zurück.

ZJ-Fazit: Auch wenn HSBC mit diesem Produkt eine interessante und einfache Struktur an den Markt bringt, der Blick auf die p.a.-Renditen beschert keine sahnig-süßen Aussichten, zumal der DAX in den nächsten Monaten locker 15 Prozent sowohl nach oben als auch nach unten laufen kann. Auch eine Bewegung um mehr als 25 Prozent ist nicht völlig ausgeschlossen. Vom aktuellen Niveau wären das rund 2.000 Punkte. Ist eine der 25-Prozent-Schwellen gebrochen, bleibt dem Anleger aber gerade einmal eine Rendite von 2,2 Prozent p.a., die mit Festgeldanlagen locker getoppt werden kann.