Luxemburg - Drei Tage vor dem EU-Gipfel, bei dem der neue Reformvertrag beschlossen werden sollte, ortet Außenministerin Ursula Plassnik "steigendes Verständnis" für das österreichische Problem der Uni-Quoten für ausländische Medizinstudenten. Beim Treffen der EU-Außenminister am Montag in Luxemburg hätten insgesamt neun Staaten die Suche nach einer Lösung "in unterschiedlicher Form" unterstützt. Der Grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald fordert von Plassnik indes eine konkrete Strategie.

Reihe von Lösungsvorschlägen

Sie habe ihre Kollegen darauf hingewiesen, dass von Seiten Österreichs die Absicht bestehe, das Thema beim EU-Gipfel vorzubringen. Diesbezüglich gebe es "eine gemeinsame österreichische Linie", sagte Plassnik. Für die Form einer Lösung gebe es "eine Reihe von Varianten". Ziel sei "eine diskriminierungsfreie, haltbare Lösung". Plassnik verwies erneut darauf, dass Bundeskanzler Alfred Gusenbauer beim vergangenen Gipfel eine Lösung im Rahmen eines Vertragsprotokolles verlangt habe.

Unterstützung aus Deutschland und Belgien

Auch bei der Vizepräsidentin der EU-Kommission, Margot Wallström, sei sie auf Verständnis für die österreichische Problematik gestoßen, sagte Plassnik. "Ich hoffe, dass sich dieses Verständnis auch in der Lösungsfindung ausdrücken wird." Als Unterstützer nannte die Außenministerin zudem Deutschland und Belgien. Deutschland "sieht, dass es hier ein Problem gibt, dass es hier einer nachhaltigen, dauerhaften Lösung bedarf." Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier habe Wallström ersucht, "ihren Einfluss entsprechend geltend zu machen", sagte Plassnik.

Steinmeier hatte vor dem Treffen erklärt, er erwarte eine "Übergangslösung", die Österreich in den Gesprächen mit der Kommission finde. Diese "Übergangslösung" müsse dann dauerhaft gemacht werden.

Sympathie aus anderen Ländern

Weitere Angaben zu den von ihr genannten neun Ländern machte sie nicht. Nach Angaben von Diplomaten äußerten auch Irland, Rumänien, Malta und Lettland generell Sympathie für das österreichische Anliegen.

Die Regierung muss eine klare Position vorlegen, wie eine dauerhafte Lösung aussehen kann", so Kurt Grünewald, Wissenschaftssprecher der Grünen. Er schlägt ein Modell mit gerechten Transferzahlungen vor, das Mehrbelastungen einzelner Länder ausgleichen soll. Für Österreich soll es dadurch eine Form des Kostenausgleichs aufgrund des Ansturms deutscher Studierender geben. (APA/red)