Bagdad - Schiitische Kämpfer haben am Montag ein US-amerikanisches Militärlager südlich von Bagdad angegriffen. Die Gefechte in Diwaniya, bei denen auch US-Kampfhubschrauber eingesetzt wurden, kosteten nach Polizeiangaben fünf irakische Zivilisten das Leben, darunter zwei Kinder. 17 Menschen wurden verletzt. Die US-Streitkräfte erklärten, der Bericht werde geprüft. Die Kämpfer der Miliz "Mahdi-Armee" des radikalen Predigers Muktada al-Sadr feuerten nach Polizeiangaben zunächst mindestens zwölf Granaten auf den Stützpunkt ab. Acht schlugen dort ein, die anderen trafen ein nahe gelegenes Sicherheitszentrum, in welchem sich irakische, amerikanische und polnische Soldaten aufhalten. Die Kämpfer hätten dann das Zentrum direkt angegriffen, hieß es.

Hubschrauber soll Fischer beschossen haben

Die Polizei in der irakischen Stadt Samarra berichtete unterdessen, die US-Armee habe auf dem Tharthar-See drei Fischer in ihrem Boot getötet. Die Fischer seien am Sonntag von einem amerikanischen Militärhubschrauber aus attackiert worden. Unweit des Sees waren bei einem US-Luftangriff in der vergangenen Woche 15 irakische Frauen und Kinder ums Leben gekommen, was bei den Menschen in der Region für große Empörung gesorgt hat. Das US-Militär hatte erklärt, es bedauere sein Versehen. Bei dem Luftangriff seien auch 19 "Terroristen" getötet worden.

An einer Straßensperre nördlich von Bagdad sprengte sich am Montag ein Selbstmordattentäter in die Luft. Er tötete sechs Angehörige einer Bürgerwehr. Acht weitere Kämpfer wurden nach Polizeiangaben durch den Anschlag nahe der Stadt Balad verletzt. Die Opfer gehören der "Rettungsfront" der Provinz Salaheddin an, die gegen Al-Kaida kämpft.

Journalisten getötet

Innerhalb von zwei Tagen wurden zwei irakische Journalisten getötet. Der freiberuflich tätige Reporter Dhi Abdul Razzak al-Dibo wurde am Montag bei Kirkuk während einer Fahrt in seinem Auto angegriffen, seine zwei Leibwächter wurden verletzt. Der 32-Jährige schrieb für mindestens zwei Wochenzeitungen in Tikrit, wie seine Familie erklärte. Erst am Sonntag war ein irakischer Korrespondent der "Washington Post" in Bagdad erschossen worden. Der 32-jährige Salih Saif Aldin, der aus Sicherheitsgründen unter anderem Namen arbeitete, wurde nach Angaben der Zeitung im Stadtviertel Sadija getötet. Seit Kriegsbeginn im März 2003 sind nach Angaben des in New York ansässigen Komitees zum Schutz von Journalisten schon mindestens 118 Journalisten und 41 Medienmitarbeiter im Irak getötet worden. (APA/AP/dpa)