Wien - Schlechte Nachrichten für Tankstellen und Trafikanten: Nach der Kürzung der Provisionen für Briefmarken steht im "Groscherlgeschäft" neuerlich ein Einbruch bevor: Die staatliche Autobahngesellschaft Asfinag kürzt die Provisionen für den Verkauf der Pkw-Autobahnvignetten drastisch.

Obwohl die Jahresvignette um (um 1,20 Euro Inflation) teurer wird, bekommen die Vertriebspartner für die Ausgabe einer Jahresvignette 2008 ab 1. Dezember nur mehr 1,70 Euro Provision statt 2,07 Euro - das sind um 18 Prozent weniger als für den Verkauf der 2007er-Vignette gezahlt wurde. Damit nicht genug: 2008 senkt der Monopolist für Autobahnen- und Schnellstraßen die Vertriebsentgelte für den Verkauf der Jahrespickerl um weitere sieben Prozent auf 1,53 Euro. Gesenkt, aber nicht ganz so stark wird auch die Ausgabe von Zehn-Tages- und Zwei-Monatsvignetten, deren Provisionen bereits bisher niedriger als bei der Jahresvignette waren.

Von den 2006 verkauften 14 Mio. Stück Zehn-Tagesvignetten, 3,2 Mio. Stück Zwei-Monatsvignetten und 3,5 Mio. Stück Jahresvignetten vertreibt die Asfinag rund 60 Prozent über Tankstellen, 25 Prozent über Trafiken und den Rest über Autofahrerklubs und Zeitungen etc. Sie hat damit 2006 rund 310 Millionen Euro eingenommen.

Noch-Asfinag-Finanzchef Christian Trattner begründet die Provisionskürzung auf Standard-Anfrage mit dem verordneten Sparprogramm, das eine zehnprozentige Kostenreduktion vorsieht. Dass die Asfinag mit der Maßnahme ihre Monopolstellung missbrauche, wie dies Trafikanten kritisieren, weist er zurück. Man habe erstens relativ hohe Provisionen gezahlt, um ein dichtes Vertriebsnetz aufzubauen, und zweitens den Partnern die Kosten für zu erbringende Bankgarantien nicht erhöht. Die Ersparnis durch die Provisionskürzung beziffert Trattner im ersten Schritt mit rund 2,5 Mio. Euro. Nachvollziehbar ist dieser Betrag für den Laien freilich nicht, denn allein bei den Jahresvignetten beträgt die Provisionsdifferenz 1,3 Millionen Euro. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.10.2007)