Peter Neuling:
"Die acht Wohlstandsgesetze. Wertewelten von Arm und Reich",
Signum Verlag,
Wien 2007,
19,90 Euro

Der deutsche Autor Peter Neuling stellt den Wertewandel in armen und reichen Gesellschaften in den Mittelpunkt seines Buches. Welche Werte in den verschiedenen Kulturen zählen, hänge vom jeweiligen Lebensstandard ab. Arme Gesellschaften würden Sparsamkeit, Religiosität, Stolz, Tapferkeit, Ehre, Sittenstrenge und Patriotismus, reiche hingegen Toleranz, Demokratie, Sicherheitsstreben, Pluralismus, und Gleichberechtigung hochhalten, behauptet Neuling.

Die "acht Wohlstandsgesetze", die der Autor auf materiell-ökonomischer Basis formuliert und die seiner Meinung nach zum Wertewandel führen, stellen die gut situierten, westlichen Staaten den armen Ländern gegenüber. Das erste Gesetz etwa lautet, dass höherer Lebensstandard den Anteil an Ausgaben für nicht lebensnotwendige Dinge fördere. Das ist wohl kaum eine Überraschung. Im fünften Wohlstandsgesetz heißt es, kurz zusammengefasst, materielle Sicherheit führe beispielsweise zu mehr Umweltbewusstsein. Auch das ist nicht schwer zu erraten.

Neulings "Gesetze" sind allgemein gehalten, regen zum Widerspruch an und lassen Ausnahmen oder Hinweise auf diese vermissen. Bis zum Schluss bleibt unklar, was Neuling mit den Wohlstandsgesetzen genau auszusagen versucht, außer dass sich Werte im Laufe der Zeit wandeln, und wen er mit dem Buch ansprechen will. (baf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.10.2007)