Wien - Für mutige Berichterstattung und das Aufzeigen der Diskriminierung von Frauen wurden am Freitag im Rahmen des Journalistinnenkongresses die Preise zur Medienlöwin und zur neu geschaffenen "Finanzlöwin" für klare Sprache zu Finanzthemen von Initiatorin Maria Rauch-Kallat und ING-DiBa-Sponsorvertreterin Andrea Flesichhacker vergeben.

Die Medienlöwin 2007 konnte Jurysprecherin Elisabeth Pechmann an die profil-Redakteurin Sibylle Hamann für ihren Beitrag "Adam und der Apfel" sowie an Alexandra Bader für ihre frauenfördernde Plattform "ceiberweiber" überreichen. Bader gab indes überraschend ihren einstweiligen Rückzug aus dem Journalismus bekannt.

Sibylle Hamann

Die Jurybegründung für Sibylle Hamann lautete: "Ihren Beitrag 'Adam und der Apfel' für den STANDARD widmet Sibylle Hamann einem Klassiker: der Rollen-Frage rund um Vater, Mutter, Kind & Job. Allein die Text-Qualität ist eine Würdigung wert. Doch vor allem schreibt Hamann: Kinder sind nicht nur Frauensache, Vereinbarkeit geht alle an. Dass sie damit die leidige, hoch redundante Vereinbarkeits-Diskussion um den entscheidenden Dreh weiter bewegt, macht Sibylle Hamann zur Medienlöwin 2007."

Alexandra Bader

"Alexandra Bader zeigt mit ihrem Frauen-Onlinemagazin CeiberWeiber schon lang, was Web-Journalismus kann: Seit Jahren thematisiert sie Diskriminierung en gros & en detail, von der Polit-Floskel bis zum Werbefolder. Dabei ist ihr kein Thema zu heiß, kein Gegner zu stark, kein Konflikt zu brisant. Mag sein, Diplomatie ist nicht ihre Sache. Aber Durchhaltevermögen und Löwinnen-Mut sind es. Die Anerkennung der Jury für die Medienlöwin 2007 soll darin bestärken."

Bader schreibt nicht mehr

Die Ausnahme-Journalistin hat indes ihren Rückzug bekannt gegeben. Bei den Ceiberweibern ist zu lesen, dass es ihr schwer falle, diesen Schritt zu tun, aber sie "sehe keine Chance mehr für eine kritische, eigenständig denkende Journalistin in diesem Land". Sie werde sich in der nächsten Zeit an Updates beteiligen, aber zu keinen Veranstaltungen und Pressekonferenzen gehen.

Susanne Leiter

Die Finanzlöwin 2007 wurde von Vorjahreslöwin Gertraud Leimüller an die Preisträgerin Susanne Leiter vom Wirtschaftsblatt für einen kritischen Bericht über "Meinl Airports" (aus April 2007) übergeben.

Jurybegründung für Susanne Leiter: "Mit Ihrer Analyse "Meinl Airports: Nicht mehr als eine Idee" konnte Leiter die Jury der Finanzlöwin überzeugen. Ein Artikel, der eine profunde Recherche zeigt, eine komplexe Materie schwungvoll und für die Leser griffig darstellt sowie mit zahlreichen, unterschiedlichen Facetten punkten kann. Leiter hat in ihrer Analyse nicht auf altbekannte Institutionen vertraut, sondern kritisch, mutig und ausgewogen hinterfragt." (red)