Quito - Der linksgerichtete ecuadorianische Präsident Rafael Correa hat bei der Wahl zu einer verfassunggebenden Versammlung vor gut zwei Wochen nach offiziellen Angaben einen überwältigenden Sieg errungen. Correas Partei Alianza País habe 69 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die zentrale Wahlkommission am Montag nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmzettel mit. Damit entfallen 80 der insgesamt 130 Sitze in dem Konvent auf Correas Partei. Er kann damit den von ihm propagierten "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" ohne Rücksicht auf die Opposition in der Verfassung verankern.

Platz Zwei für Gutiérrez-Partei

Auf Platz zwei landete die Partei Sociedad Patriótica des früheren Präsidenten Lucio Gutiérrez, die auf 7,29 Prozent (15-17 Sitze) kam. Der Bananenmagnat und mehrmalige Präsidentschaftskandidat Alvaro Noboa kam mit seiner Partei Renovador Institucional Acción Nacional auf 6,00 Prozent (6-7 Sitze). Das offizielle Endergebnis werde noch einige Zeit auf sich warten lassen, weil einige Teilergebnisse aus der Provinz noch nicht vorlägen, teilte die Wahlkommission weiter mit. Die Konstituierung der verfassunggebenden Versammlung werde sich deshalb vom vorgesehenen Termin am 31. Oktober in die erste Novemberhälfte verschieben.

Das Parlament hingegen soll mit dem Zusammentreten der verfassunggebenden Versammlung aufgelöst werden. Dort hat Correa keine Vertreter, weil er bei der Wahl vor einem Jahr keine Kandidaten nominierte, sondern ganz auf die Einberufung des Verfassungskonvents baute. Den im Parlament vertretenen traditionellen Parteien warf er vor, lediglich korrupte Wahlvereine für die jeweiligen Führungspersonen zu sein. (APA/dpa)