Im Beisein des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad am Dienstag in Teheran das Gipfeltreffen der fünf Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres eröffnet. Dabei rief er die Teilnehmer zu einer Kooperation für den Frieden auf. "Die Zusammenarbeit unserer fünf Länder wird sich nicht nur positiv auf den Frieden in der Region, sondern auch auf den Frieden in der Welt auswirken", sagte der iranische Präsident in seiner Eröffnungsrede.

Bei der Konferenz geht es um die enormen Gas- und Ölvorkommen unter dem Kaspischen Meer. Bei einer ersten Gipfelkonferenz 2002 hatten sich die fünf Länder nicht auf eine Ausbeutung der Energiereserven einigen können. Während Russland, Aserbaidschan und Kasachstan eine Aufteilung entsprechend der Küstenlänge jedes Landes anstreben, setzen sich der Iran und Turkmenistan für eine gleiche und gemeinsame Nutzung ein. Beide Länder haben kürzere Küstenlinien als die drei anderen.´

Umstrittenes Atomprogramm Thema

Mit der iranischen Führung will Putin auch über das umstrittene iranische Atomprogramm und den Atomreaktor Bushehr am Persischen Golf sprechen, den Russland baut. Teheran drängt auf dessen Fertigstellung und erwartet von Moskau einen klaren Zeitplan zur Inbetriebnahme des Kraftwerks.

Der Westen verdächtigt den Iran, sein Nuklearprogramm nicht nur zur friedlichen Nutzung der Atomkraft, sondern auch zum Bau einer Atombombe voranzutreiben. Teheran hat Russland davor gewarnt, das Bushehr-Kraftwerk als Druckmittel zu benutzen, um den Iran zu der von den Vereinten Nationen geforderten Aussetzung seiner Urananreicherung zu zwingen. Bei den deutsch-russischen Regierungskonsultationen hatte Putin am Montag in Wiesbaden für mehr Geduld mit Teheran im Atomstreit geworben. (APA)