Hunde lassen sich bei ihren Entscheidungen stärker vom Menschen leiten als von ihren eigenen Einsichten. Das schließen ungarische Verhaltensforscher um Ágnes Erdöhegyi aus einer Reihe von Experimenten, über die sie in der Zeitschrift Animal Behaviour (Bd. 74, S. 725) berichten. Dabei sollten die 35 Testhunde einen Ball finden, der unter einem von zwei identischen Blumentöpfen versteckt war, die entweder vom Versuchsleiter oder ferngesteuert von Nylonfäden angehoben wurden.War kein Mensch anwesend, verließ sich der Hund auf seine Sinneseindrücke - und wandte sich dem richtigen Topf zu. War hingegen der Versuchsleiter anwesend, so entschied sich das Tier immer für den Topf, an dem der Mensch das größere Interesse gezeigt hatte. Während der gemeinsamen Evolution von Hund und Mensch habe sich dieses Vertrauen ins Herrl möglicherweise als vorteilhafter herausgestellt, so die Erklärung der Forscher. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 17.10.2007)