Neu Delhi – An der größten indischen Börse in Mumbai (Bombay) haben Pläne zur Regulierung ausländischer spekulativer Gelder kurzzeitig einen Kurssturz ausgelöst. Der Leitindex Sensex brach am Mittwoch zeitweise um 9,15 Prozent auf 17.307,9 Punkte ein, erholte sich aber zum Schluss. Der Handel wurde für eine Stunde ausgesetzt.

Grund für den Kurssturz waren die von der Börsenaufsicht publizierten Pläne, den massiven Zufluss ausländischen Kapitals zu beschränken, da Befürchtungen bestehen, dass sich der Markt überhitzt.

Der Zufluss ausländischer Gelder hatte am Montag den Sensex um 1000 Punkte auf den Rekordstand von 19.000 Punkten getrieben. Das war der größte Sprung in der Börsengeschichte Mumbais. Die Pläne der Börsenaufsicht zielen darauf, den Zufluss ausländischer Gelder zu regulieren und in diesem Zuge die ausländischen Investoren zu registrieren. Regierung und Notenbank befürchten, dass die ohnehin boomende indische Wirtschaft durch einen überbordenden Kapitalzufluss überhitzt.

Die Vorschläge der Börsenaufsicht seien das Ergebnis langer Diskussionen zwischen der Staatsbank, der Börsenaufsicht und der Regierung, sagte Finanzminister P. Chidambaram am Mittwoch.

Langfristig würden sie Investoren und der indischen Wirtschaft zugutekommen. Er betonte, ausländische Investoren seien in Indien weiterhin sehr willkommen.

Der 30 Werte umfassende Sensex holte die Verluste bis zum Handelsschluss am Mittwoch weitgehend wieder auf und lag am Ende bei 18.715,82 Punkten, ein Minus von 336,04 Punkten verglichen mit dem Handelsschluss des Vortages. (dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.10.2007)