San Francisco - Die Geschäfte beim US-Internetkonzern Yahoo haben sich im dritten Quartal besser als erwartet entwickelt. Damit nimmt Experten zufolge trotz eines leichten Gewinnrückgangs der Druck auf Firmenchef Jerry Yang ab, die im Kampf mit Google zurückgefallene Firma schnell und drastisch umzubauen. Yahoo gab sich am Dienstag nach Börsenschluss zudem optimistisch für das vierte Quartal. Aktien von Yahoo stiegen nachbörslich um zehn Prozent auf 29,25 Dollar.

Das Nettoergebnis im dritten Quartal fiel den Angaben zufolge auf 151 Mio. Dollar (106,7 Mio. Euro) von 158,5 Mio. Dollar vor einem Jahr. Analysten hatten indes im Schnitt mit einem Einbruch auf 113,8 Mio. gerechnet. Der Bruttoumsatz legte um zwölf Prozent auf 1,77 Mrd. Dollar zu. Abzüglich der Zahlungen an Werbe-Partner betrug der Anstieg 14 Prozent auf 1,28 Milliarden - erwartet worden waren 1,24 Milliarden. Der Umsatz über die eigene Internet-Seite wuchs um 24 Prozent.

Der Zuwachs fällt zwar drastisch geringer als etwa bei Google aus. Experten waren aber nicht enttäuscht. "Es sieht so aus, als ob sie die Erwartungen übertroffen haben, wenn auch nicht sehr deutlich", sagte Analyst Jeffrey Lindsay von Sanford C. Bernstein.

Im Gesamtjahr 2007 würden die Ergebnisse wohl am oberen Ende der Analystenschätzungen liegen, teilte Yahoo am Dienstag zudem mit. Bisher erwarten die Experten einen Umsatz ohne Zahlungen an Beteiligungen zwischen 5,02 und 5,16 Mrd. Dollar.

Yahoo-Präsidentin Susan Decker sagte, im dritten Quartal sei das Aufkommen an Firmenwerbung um etwa 20 Prozent gestiegen, nachdem es zuvor mehrere Quartale in Folge geschrumpft war. Firmenchef Yang erklärte, die Strategie für die kommenden Jahre sei, "Startpunkt" für die größte Zahl der Verbraucher in Online-Bereichen wie Finanzen, Sport und Nachrichten zu sein. Die Yahoo-Seiten müssten für jeden Inserenten ein "muss" sein. Dabei wisse der Konzern, dass noch viel zu tun sei.

Yahoo war im lukrativen Online-Anzeigenmarkt zuletzt vor allem am Heimatmarkt gegenüber Google massiv zurückgefallen. Auch Internet-Kontaktseiten wie MySpace von Murdochs News Corp machten Yahoo zunehmend zu schaffen. Um den Trend umzukehren, übernahm im Juni Yahoo-Mitgründer Yang wieder das Ruder bei dem Konzern und Decker wurde Präsidentin. Als eine der ersten Schritte bündelten sie die US-Geschäfte mit Internet-Bannerwerbung und Suchmaschinen-Anzeigen. (APA/Reuters)