Brüssel/Wien – Ab 2009 müssen auch in Österreich die Empfänger der EU-Agrarförderungen veröffentlicht werden – und zwar namentlich und unter Angabe der Förderhöhe. Bisher verweigert Österreich mehr Transparenz, die Landwirtschaftskammer hatte sich erst im Vorjahr in einem Brief an die EU-Kommission gegen die Offenlegung ausgesprochen.

Damit ist Österreich neben Griechenland mittlerweile das einzige EU-Mitglied, das keine wie immer geartete Offenlegung, meist über Internet-Datenbanken, betreibt; im jährlich veröffentlichten "Grünen Bericht" sind lediglich Gesamtsummen angegeben.

Die Agrarminister der 27 EU-Staaten werden am Montag jedoch voraussichtlich die europaweite Verpflichtung zur Veröffentlichung der Förderempfänger beschließen.

Eine qualifizierte Mehrheit für die Veröffentlichung der Daten ist nach Angaben von EU-Diplomaten gesichert. Ob auch Österreichs Landwirtschaftsminister Josef Pröll (VP) für den Vorschlag der EU-Kommission stimmen wird, lässt sein Sprecher Daniel Kapp offen. Grund: Pröll will erreichen, dass die Veröffentlichung europaweit einheitlich vorgenommen wird und nicht von den einzelnen Mitgliedsländern.

Dies würde die Vergleichbarkeit der Angaben über die gesamte EU hinweg erleichtern, wird jedoch von der EUKommission abgelehnt. (APA, ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.10.2007)