Wien – Nach dem unangekündigten Aktienrückkauf bei Meinl European Land sorgen die Pläne der Conwert, ihre Management- und Dienstleistungsgesellschaften um 216 Mio. Euro zu kaufen weiter für heftige Diskussionen. Besonders erbost sind Investoren, dass die Managementgesellschaft, die im wesentlichen Conwert-Gründer Günter Kerbler und Conwert-Chef Johann Kowar (inklusive deren Stiftungen) gehört, nun von der Conwert um 95 Mio. Euro gekauft werden soll. Dazu kommt die Eco-Management zum Preis von 48,8 Mio. Euro.

Über diese Management-Gesellschaften werden die An- und Verkäufe der Immobilien getätigt. Die Conwert-Management, im November 2004 gegründet, hat laut Kreditschutzverband (KSV) 2005 einen Umsatz von lediglich 18,8 Mio. Euro erzielt. Im Jahr 2006 waren es laut KSV 26,9 Mio. Euro. Beschäftigt werden 30 Mitarbeiter. Conwert bezifferte die Managementfee, die sie zuletzt an die Managementgesellschaft zahlte, mit 30 Mio. Euro. Die ergibt sich aus 0,6 Prozent laufender Gebühr, zwischen einem und zwei Prozent beim Ankauf und einem Prozent beim Verkauf.

Weniger Immobilien

Unter der Annahme, dass Conwert in Zukunft weniger Immobilien kaufen wird, werden auch die Gebühren an die Managementgesellschaft geringer. Das könnte eine Überlegung sein, weshalb sie nun von der Conwert gekauft wird.

Bei der außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Oktober, bei der die Aktionäre die Käufe genehmigen sollen, muss Conwert zumindest mit Anfechtungsklagen rechnen. Ob sie die Pläne tatsächlich umsetzen kann – notwendig ist eine einfache Mehrheit – wird von etlichen Investoren bezweifelt. Der Preis von 216 Mio. Euro wird von Experten als extrem hoch eingestuft.

Am Mittwoch gab Conwert die Details für das angekündigte öffentliche Angebot für zehn Prozent des Grundkapitals zu einem Preis von 15 Euro je Aktie bekannt. Der Kurs des Papiers lag am Mittwoch bei knapp über 13 Euro. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.10.2007)