Das Weißbrot ist auch nur ein Mutant.

Foto: Filmladen
Als in den 80er-Jahren auch in unseren Breitengraden Alternativ- und Bioläden langsam Furore machten, da hing das Plakat zu diesem Film dort nicht selten an den Wänden. Nun kommt Peter Kriegs mehrfach prämierter "Septemberweizen" wieder in die österreichischen Kinos. Ein globalisierungskritischer Dokumentarfilm, vor der Prägung dieses Begriffs 1980 im Rahmen des Kleinen Fernsehspiels realisiert, der weder inhaltlich noch argumentativ an Aktualität eingebüßt hat. Ausgehend von den USA - und den sprichwörtlichen goldgelben Weizenfeldern des Mittelwestens - unternimmt Krieg eine umfassende Recherche in Sachen Nahrungsmittelindustrie. Ins Blickfeld von Kriegs kämpferischer Analyse rücken dabei - in thematisch gebündelten Abschnitten - unter anderem die Umstrukturierung der US-Landwirtschaft, die Veränderung des Saatguts (Stichwort: Hybridweizen), die weiterverarbeitenden Industrien, die Pestizidentwickler etc. Immer noch und immer wieder sehenswert. (irr / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.10.2007)