GRAFIK: STANDARD
Das dritte Quartal an den Kapitalmärkten war turbulent und hat manchen Fondsanlegern Nerven gekostet. Im Schnitt erzielten alle 11.042 in Österreich, Deutschland oder der Schweiz zum Vertrieb zugelassenen Fonds ein Minus von 1,03 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt der Schnitt zwar immer noch mit 3,3 Prozent im Plus, viele Fonds rutschten aber in den vergangenen Monaten ins Minus. So erzielten nur 4197 aller 11.042 Fonds, oder 38 Prozent, einen positiven Ertrag seit Ende Juni. Die Volatilität stieg, gemessen am CBOE Market Volatility Index der Optionenbörse in Chicago, im dritten Quartal mit 5,3 Prozent zwar nur noch leicht an (1. Halbjahr: plus 37 Prozent), auf die verschiedensten Anlagekategorien hatte das aber teils gravierende Auswirkungen, zeigt eine Analyse von e-fundresearch.com.

China bleibt vorn

Am besten schnitten erneut China-Aktienfonds ab. Seit Ende Juni konnten sie anhand der Lipper Fondsdurchschnitte um 28,6 Prozent zulegen. Auch die Greater China- und Hong Kong-Aktienfonds liegen unter den Top drei mit 18,4 und 18,2 Prozent Rendite. Insgesamt sind 35 der 40 Top-Fonds in China investiert, 13 davon in Greater China. Der "Dow Jones China Offshore 50 SM EX" schnitt dabei am besten ab und erzielte eine Rendite von 41,4 Prozent (siehe Tabelle).

Auch andere Emerging Markets kamen inmitten der Börsenturbulenzen auf hohe Erträge. Indien-Aktienfonds konnten um 10,7 Prozent zulegen, brasilianische um 9,3 Prozent. Auch Thailand- und Taiwan-Aktienfonds gehören seit Jahresbeginn zu den Gewinnern (plus 6,3 und plus 5,1 Prozent). Neben China sind auch Türkei-Aktienfonds unter den größten Gewinnern der vergangenen drei Monate.

Bei den Assetklassen, die in den vergangenen drei Monaten am schlechtesten abschnitten, sind Portugal-Aktienfonds mit einem durchschnittlichen Minus von 13 Prozent die einzigen, die zweistellig verloren haben. Danach folgen europäische Immobilienaktien-Fonds, die im Schnitt um 9,7 Prozent nachgaben. Am meisten verloren jene mit Fokus auf Japan (minus 9,4 Prozent), Italien (minus 9,1 Prozent), Großbritannien (minus 8,6 Prozent), Niederlande (minus 7,6 Prozent) und Europa (minus 7,0 Prozent).

Rohstoffe bringen Rendite

Der Top-Fonds des dritten Quartals kommt aus der Assetklasse der Soft Commodities. Der "ETFS Wheat" konnte in den vergangenen drei Monaten 46,1 Prozent zulegen. Der Preis für Weizen hat dabei Monat für Monat ein neues Rekordhoch erreicht. Weizen ist dabei nur eines von mehreren Nahrungsmittel, deren Preise zurzeit in die Höhe schnellen. Ein Ende dieser Preishausse ist dank der hohen Nachfrage noch nicht in Sicht.

Die zwei größten Fonds im deutschsprachigen Raum schnitten mager ab. Der "Templeton Growth Fund" verlor sieben Prozent, der "Fidelity European Growth" 1,4 Prozent. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.9.2007)