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Purpur-Sonnenhut - Echinacea purpurea

Foto: AP /Wyoming Tribune Eagle, Michael Smith
Wien - Verschiedene Teemischungen, Salben und andere traditionelle pflanzliche Heilmittel könnten aufgrund einer Gesetzesnovelle schon bald ihren Status als Arzneimittel verlieren.

Über 800 Heilmittel betroffen

Insgesamt sind 864 traditionelle Heilmittel in Österreich betroffen. Laut Reinhard Länger von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) deshalb, weil eine Qualitätskontrolle gefordert werde, "die so gut sein muss wie die für ein rekombinantes Protein - als Extrembeispiel". Das beinhalte unter anderem finanzielle Herausforderungen für die Antragsteller, die vor allem für kleine Firmen kaum tragbar wären.

Gesetzlicher Hintergrund

Bisher gab es die Möglichkeit einer vereinfachten Zulassung für volksheilkundlich genutzte pflanzlichen Arzneimitteln. Aufgrund einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 2001 sah sich die österreichische Gesetzgebung aber 2006 veranlasst, die vereinfachte Zulassung mit 2011 zu streichen.

Eine Arbeitsgruppe, die auf Initiative der 2006 gegründeten Nationalagentur für Immaterielles Kulturerbe in Österreich eingerichtet wurde, hat darauf hin den Vorschlag geliefert, traditionell genutzte und durch die gesetzliche Regelung gefährdete Heilmittel zu erfassen und im österreichischen Arzneibuch zu dokumentieren.

Österreichisches Arzneibuch

Traditionell genutzte Heilmittel hätten damit eine erleichterte Zulassung mit geringeren Anforderungen trotz EU-Richtlinie. Zusätzlich könne laut den Experten auch sichergestellt werden, dass viele Arzneipflanzen und andere Heilmittel erhalten und auch in entsprechender Qualität für die Konsumenten in Apotheken erhältlich bleiben.

Medizinische Relevanz

Denn der Status als Arzneimittel garantiere das Einhalten von Qualitätsstandards bei der Herstellung und bezüglich des Wirkstoffgehalts. Diese wären beim Angebot der Heilmittel als Lebensmittel oder Nahrungsmittelergänzung nicht mehr unbedingt gegeben. (APA/red)