Die geplante Polizei-Fahndung in Computerdaten ist für das Betriebsgeheimnis von Unternehmen ein geringes Problem, so die Einschätzung von Josef Pichlmayr, Geschäftsführer des Sicherheitsexperten Ikarus Software. Auch die Angst der Bevölkerung vor einer flächendeckenden Überwachung sei unbegründet. Wenn die Polizei Zugang zu den Daten möchte, dann macht sie das gezielt abgestimmt auf den vermeintlichen Täter.

Anordnung

In das gleiche Horn stößt auch Dieter Zoubek, Bundesberufsspartenobmann Telekomdienstleister in der Wirtschaftskammer. Er verwies weiters darauf, dass Österreich ein Rechtsstaat sei und für die Online-Fahndung eine richterliche Anordnung erforderlich sei. Die Regierung hatte zuvor schon betont, dass außerdem nur schwere Straftaten mit einem Strafrahmen von mindestens zehn Jahren, mittels PC-Spionage geklärt werden sollen. Justizministerin Maria Berger (S) rechnet mit ein bis zwei Fällen pro Jahr.

Gießkannenprinzip

Wenn die Behörden digitale Nachschau halten, dann tun sie das jedenfalls nicht nach dem Gießkannenprinzip, betonte Pichlmayr. So würden sich die Sicherheitsorgane beim Internetprovider des Auszuspähenden über die Details des verwendeten Computer-Systems informierten, wie etwa das verwendete Betriebssystem. Basierend auf diesen Daten werde dann ein spezieller Trojaner gebastelt. Oder es wird direkt Hardware in den auszuspähenden PC eingebaut. Wie etwa eine Vorrichtung, die die Tastatureingaben aufzeichnet, so Pichlmayr am Donnerstag zur APA.

Ängste

Grundsätzlich merkte der Virenexperte an, dass die öffentliche Diskussion über den Einsatz von Behörden-Trojanern völlig falsch geführt werde. Hier würden Ängste erzeugt statt abgebaut. Das Internet sei nun mal ein Rückgrat unseres Systems und daher sei es nur logisch, dass hier zeitgemäße Ermittlungsmethoden eingesetzt würden. Auch Zoubek betonte im APA-Gespräch, dass er keine Angst habe, dass nun die Komplettüberwachung der Bürger und Betriebe komme. (APA)