Die Kampagne "Ganze Männer machen halbe/halbe" sorgte für Aufregung wie keine andere Kampagne zuvor oder danach. Das Vorhaben der damaligen Frauenministerin Helga Konrad Mitte der 90er lautete, partnerschaftliche Teilung der Versorgungsarbeit durch gesetzliche Maßnahmen im österreichischen Ehe- und Familienrecht festzulegen. Medien und Koalitionspartner reagierten heftig. Nach der Abberufung Konrads in Folge des Regierungswechsels griff ihre Nachfolgerin Barbara Prammer das ehrgeizige Vorhaben auf und führte es 1999 einer gesetzlichen Regelung zu.

Zehn Jahre nach der umstrittenen Kampagne zeichnet Hildegard Steger-Mauerhofer den politischen Prozess von der Gesetzesinitiative bis zur Gesetzwerdung eindrucksvoll nach und zeigt in ihrer packenden Analyse welche Rollen die politischen Parteien und ihre RepräsentantInnen einnahmen. Dabei gelingt es der Autorin die brisante Thematik mit spannenden Einblicken hinter die Polit-Kulissen zu verknüpfen.

Podiumsdiskussion

Im Rahmen einer Buchpräsentation des Renner-Instituts und des Milena Verlags werden am 7. November um 19.30 Uhr im ega Helga Konrad, Barbara Prammer, Sieglinde Rosenberger (Institut für Politikwissenschaften), Helene Klaar (Rechtsanwältin) und Hildegard Steger-Mauerhofer unter der Moderation von Evelyn Steinthaler (Milena Verlag) das Thema diskutieren. (red)