Wien - Das wirtschaftliche Umfeld spreche weiter für ein Engagement in Aktien, denn die langfristige Attraktivität der Aktienmärkte bleibe weiterhin aufrecht, so die Bereichsleiterin Research im Bank Austria Creditanstalt Asset Management, Monika Rosen, heute Freitag bei der Präsentation der Asset Allocation für das Schlussquartal. Für risikofreudigere Anleger könnten sich nach dem Sommersturm jetzt wieder attraktive Einstiegschancen ergeben, hieß es.

Nach der Subprime-Kreditkrise im Sommer hätten die Märkte sehr schnell wieder Tritt gefasst, die Phase erhöhter Volatilität an den Börsen sei aber voraussichtlich noch nicht vorüber. "Der Markt spielt derzeit die Theorie, dass alles in den Ergebnisses des dritten Quartals drinnen ist", erklärt Monika Rosen. Es gebe die starke Vermutung, "das war's jetzt".

Davon ist Rosen selbst aber noch nicht wirklich überzeugt, sie behält die Aktiengewichtung mit "neutral" aufrecht, auch Anleihen und liquide Mittel werden weiter mit "neutral" gewichtet. Im Zweifelsfall sollten Aktien aber eher gekauft als verkauft werden, lässt Rosen vorsichtigen Optimismus durchklingen. Von besonderem Interesse werde das bevorstehende Weihnachtsgeschäft sein.

Euroland wird vom Asset Management der BA-CA über das gesamte Portfolio bevorzugt, vor allem auf der Rentenseite. Rosen geht also nicht davon aus, dass es beim Euro-Dollar-Wechselkurs, der derzeit mit über 1,43 auf einem Rekordhoch liegt, unmittelbar zu einer Trendumkehr kommt. Aktienseitig werden die Schwellenländer untergewichtet.

Höher Ölpreis verunsicht nicht wirklich

Der hohe Ölpreis - auch er notiert derzeit mit über 90 Dollar je Barrel auf einem Allzeithoch - habe die Märkte nicht wirklich verunsichert, meinte Rosen. Eine Prognose über die weitere Entwicklung - sowohl des Ölpreises als auch der Euro-Dollar-Relation - werde für die Charttechniker immer schwieriger. "Beide Werte befinden sich im 'uncharted territory'", so Rosen. Eine Gegenbewegung sei jederzeit möglich. Rosen würde sich aber auch nicht wundern, wenn der Ölpreis die 100 Dollar-Marke sehen wird. "Einmal soll er dreistellig werden", könnte sich der Markt denken.

Der feste Euro sei nicht von Nachteil, meinte Rosen, er nehme beispielsweise beim Ölpreis die Inflation heraus. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde deshalb auch bis ins nächste Jahr hinein abwarten, während die US-Notenbank Fed Ende Oktober mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit die Leitzinsen um 25 Basispunkte senken werde, so die Marktmeinung.

Dax legt zu

Die eigentliche Überraschung sei aber, dass der DAX, der Index der Frankfurter Börse, trotz starkem Euro 20 Prozent zulegen konnte, und dies obwohl kein Öl- oder Rohstoffwert im Index enthalten ist. Dies dürfte mit den Exporten in die aufstrebenden Märkten in Asien und ihren gegenüber dem Dollar ebenfalls festen Währungen - wie dem chinesischen Yuan - zusammenhängen, vermutet Rosen. Der versicherungslastige DAX habe wohl auch davon profitiert, dass es heuer keine großen Schäden durch Hurrikane gegeben habe.

Unter den Empfehlungen für das 4. Quartal finden sich defensive Werte wie der Versorger Eon und der Haushaltsartikelhersteller Procter & Gamble. Der boomende Ölpreis sollte für SBM Offshore Rückenwind bedeuten. Zyklischere Werte sind der Personalvermittler Adecco aus der Schweiz sowie der Einzelhändler PPR (frisch nach der Übernahme von Puma). Die Technologie schließlich ist durch Microsoft vertreten. (APA/red)