In der abgelaufenen Handelswoche notierten die europäischen Aktienmärkte auch aufgrund der schlechten Vorgaben aus den USA vorwiegend schwächer. Hinzu kamen neuerliche Inflationsängste im Euroraum und Faktoren wie ein weiter steigender EUR/ USD-Wechselkurs auf zwischenzeitlich 1,43 und ein Ölpreis auf einem neuen Rekordhoch von US$ 89/Barrel.

Interessante Nachrichten gab es auf Unternehmensseite sowohl bei den vermeldeten Quartalszahlen, als auch bei der Akquisitionstätigkeit. Einen uneinheitlichen Verlauf nahmen dabei Technologiewerte. Während die Kurse bei Nokia und ASML nach guten Quartalsdaten anzogen, war der Verlauf bei Philips, Siemens und Ericsson alles andere als erfreulich. Der finnische Handy-Hersteller Nokia konnte die Anleger mit einem operativen Gewinnsprung von nahezu 70% auf EUR 1,86 Mrd. überzeugen. Der Chip-Ausrüster ASML konnte im 3. Quartal mit EUR 0,39/Aktie mehr Gewinn ausweisen, als von Analysten erwartet wurde. Zudem stützen die starken Geschäftszahlen des US-Chip-Herstellers Intel den Aktienkurs zusätzlich.

Im Gegensatz dazu fielen die Valoren von Ericsson nahezu ins Bodenlose. Die Meldung über einen Rückgang des operativen Gewinnes im 3.Quartal um fast 40% schockte die Anleger. Da der Netzwerkausrüster im folgenden Geschäftsjahr zudem mit geringeren Investitionen von Seiten der Telekombetreiber rechnet, war der Kursabsturz von 30% perfekt.

Die Zahlen von Philips zogen auch Siemens-Anteilscheine nach unten. Zwar konnten die Niederländer den operativen Gewinn auf EUR 385 Mio. steigern, enttäuschten aber in unerwarteter Weise in dem Hauptsegment Medizintechnik.

Zu einem Kurssprung von zwischenzeitlich 20% setzte die Aktie der Scottish & Newcastle-Brauerei an. Angeblich bereiten Heineken und Carlsberg eine gemeinsame Übernahme mit anschließender Zerschlagung des britischen Unternehmens vor. Auch über die Aufteilung der Unternehmensanteile sei man sich bereits einig. Während Carlsberg BBH (Baltic Beverages Holding) und die Griechenlandaktivitäten eingliedern wird, sollte Heineken die Geschäftstätigkeit in Großbritannien und Festlandeuropa von der Edinburgher Brauerei übernehmen.

Die Münchner Rück wird ihr US-Geschäft mit dem Zukauf der amerikanischen Versicherung Midland stärken. Das Gebot beträgt USD 65/Aktie und bewertet Midland bei einem 13%igen Upside mit USD 1,3 Mrd.

In der nächsten Handelswoche ist die Berichtsaison der Unternehmen zum dritten Quartal voll im Gange. Die Konjunkturdaten werden eher eine untergeordnete Rolle spielen. Da es aufgrund der Nachwehen der Subprimekrise einige negative Überraschungen geben kann, die die gesamten Märkte beeinflussen können, raten wir vorerst abzuwarten. Wir rechnen mit volatilen Märkten, mit einer Tendenz zur Schwäche. Auch sollte man auf Ausreißer nach unten gefasst sein.