Wien - Christoph Leitl ist für weitere vier Jahre Präsident des Österreichischen Wirtschaftsbundes. Bei der 17. Generalversammlung wurde er am Samstag mit 92,9 Prozent in seiner Funktion bestätigt. Bei seiner ersten Wiederwahl im Oktober 2003 erhielt er 98,1 Prozent der Delegiertenstimmen. Leitl ist seit 1999 Chef des ÖVP-Wirtschaftsflügels. Leitl warnte in seiner Rede - offensichtlich auch an die Adresse des ÖAAB - vor einer "engstirnigen Interessenspolitik".

An seine "lieben Freunde im ÖAAB" richtete Leitl den Appell, "Kriegserklärungen" zu unterlassen und zu einer sachlichen Diskussion zurückzufinden. Damit spielte Leitl auf eine entsprechende Wortmeldung von Oberösterreichs AAB-Obmann Franz Hiesl zur aktuellen Debatte über eine unbefristete Verlängerung der Hackler-Regelung an. Leitl sprach sich für ein Pensionssystem der Zu- und Abschläge für längeres bzw. kürzeres Verbleiben im Erwerbsleben aus. Grundsätzlich will Leitl an der Pensionsreform nicht rütteln.

Leitl wird in den kommenden vier Jahren vier Stellvertreter zur Seite haben. In die Stellvertreter-Funktion gewählt wurden von der Generalversammlung am Samstag Jürgen Bodenseer aus Tirol mit 98,4 Prozent, Brigitte Jank aus Wien mit 92,9 Prozent, Franz Pacher aus Kärnten mit 97,8 und Sonja Zwazl aus Niederösterreich mit 97,8 Prozent.

In einer Reaktion auf das Nein des Wirtschaftsbundes zu einer unbefristeten Verlängerung der sogenannten Hackler-Regelung meinte SPÖ-Bundesgeschäftsführer, die ÖVP sollte ihren "Neinsager-Kurs" überdenken. "Die reflexartige Ablehnung jeder Verbesserung bringt der ÖVP nichts, vor allem aber schadet es dem Land." (APA)