Wien – „Familiensplitting“ ist das Wort, das ÖVP-Politiker derzeit nicht müde werden, zu propagieren. Schließlich ist die Besteuerung von Familien- statt von Individualeinkommen jenes Projekt, von dem ÖVP-Klubchef Wolfgang Schüssel nicht abrücken will – auch wenn sich der Koalitionspartner bislang verweigert.

Das Hauptargument der SPÖ gegen dieses Modell bleibt, dass davon vor allem „Karrierevater-Hausfraumutter-Kinder“-Familien begünstigt und damit konservative Familienstrukturen gefestigt würden.

"Kontraproduktiv"

Eine Befürchtung, die auch andere Experten teilen. Helmut Hofer vom Institut für Höhere Studien warnte im Standard bereits vor negativen Effekten auf die Frauenerwerbsquote. Wolle man diese nämlich erhöhen, erweise sich das Familiensplitting als „kontraproduktiv“. Ähnlich Wifo-Expertin Margit Schratzenstaller: „Das zementiert das traditionelle Rollenbild.“

SP-Klubobmann Josef Cap zeigte sich im Ö1-„Mittagsjournal“ dennoch gesprächsbereit was die restlichen Forderungen der ÖVP anlangt. Über Gratis-Liftkarten für Kinder, Gratisparken für Jungmütter und einen Gratis-Kindergarten am Vormittag für alle Vierjährigen könne man reden – wenn der Großteil des Geldes in Kinderbetreuung und in die Schulen fließe. (kmo/DER STANDARD, Printausgabe, 23.10.2007)