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pausbäckige und jovial wirkende Parteiführer gilt als „Zupacker“, der einst auch die Schmuggelprovinz Fujian in ruhiges Fahrwasser brachte.

Foto: APA/EPA/WANG AN
TV-Sprecher im Ausland brachen sich bei seinem Nachnamen die Zunge ab, als der neue US-Finanzminister Henry Paulson im September seinen Antrittsbesuch in Peking mit einem Umweg bei Xi Pinjeng begann, dem Parteichef in Ostchinas Provinz Zhejiang.

Sie werden lernen müssen, wie man ihn ausspricht (wie das deutsche „Ski“ in „Skifahren“), denn Xi, der nun einer der neun mächtigsten Männer Chinas wurde, hat gerade erst seine Karriere begonnen. Im März war er überraschend zum Parteichef Schanghais ernannt worden, um dort den wegen Korruption in einem Machtkampf mit Hu Jintao gestürzten Vorgänger Chen Liangyu zu ersetzen. Xi bekam das aufgewühlte Schanghai schnell in den Griff. Der pausbäckige und jovial wirkende Parteiführer gilt als „Zupacker“, der einst auch die Schmuggelprovinz Fujian in ruhiges Fahrwasser brachte. Zugleich holte er als Gouverneur taiwanesische Geschäftsleute mit ihren Milliardeninvestitionen in die Provinz. Als KP-Chef in Zhejiang, einer der reichsten Provinzen, wurde er seit 2003 als erfolgreicher Wirtschaftsmanager bekannt.

Sohn des Revolutionärs Xi Zhongxun

Der Aufstieg war dem Sohn des Revolutionärs Xi Zhongxun in die Wiege gelegt. Der Vater wurde 1953 Vizepremier. Xi studierte erst Chemie und promovierte später in Jura. Er erlebte die üblen Seiten Chinas, als sein Vater 16 Jahre lang, bis 1978, verfolgt wurde. Xi kann unchinesisch locker sein und Privates erzählen. Einer Zeitschrift verriet er, dass er 40 Minuten brauchte, um zu wissen, dass er sich in eine Künstlerin verliebt hatte. Er heiratete dann auch die berühmte Armeesängerin Peng Liyuan. 2012 könnte er Hu wie Wen beerben. (erl, DER STANDARD, Printausgabe 23.10.2007)