Ricardo Lumengo sitzt für die Sozialdemokraten im Berner Parlament.

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Bern - Ausgerechnet diesmal - nach einem Wahlkampf, den die SVP mit ausländerfeindlichen Parolen dominierte und der den Sozialdemokraten eine schwere Niederlage bescherte -, schaffte erstmals ein farbiger Kandidat den Einzug ins nationale Parlament in Bern: der 45-jährige Sozialdemokrat Ricardo Lumengo.

"Ich glaube, dass mir viele Wähler ihre Stimme gegeben haben, um ein Zeichen zu setzen für eine andere Schweiz", sagte Lumengo im Schweizer Rundfunk. "Im Wahlkampf habe ich viel Sympathie erfahren; doch hatte ich die Hoffnung auf einen Sitzgewinn bereits verloren, als am Sonntag die ersten Resultate bekannt wurden."

"Froh und stolz"

Er sei "froh und stolz", die afrikanische und die schweizerische Kultur in sich zu tragen, sagte Lumengo, der im Jahr 1982 als politischer Flüchtling aus Angola in die Schweiz kam, sich hier zum Juristen ausbildete und nun für eine Gewerkschaft und für ein interkulturelles Begegnungszentrum in der Stadt Biel arbeitet.

Im Parlament will er sich besonders für die Bildung, die Integrationspolitik und den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit einsetzen. (kbo/DER STANDARD, Printausgabe, 23.10.2007)