Wien - Wissenschaftsminister Johannes Hahn ist leider unabkömmlich. Er ist nicht bei der definitiv letzten Verhandlungsrunde über den Start der Modellregionen für die Neue Mittelschule, sondern bei "anderweitigen Terminen". Also geht die ÖVP heute, Dienstag, von ihrer bisherigen Tandem-Strategie ab und schickt Bildungssprecher Fritz Neugebauer alleine in den Ring.

Der Beamtenchef wird mit Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) den letzten Versuch machen, die gemeinsame Schule zumindest für ein Versuchsstadium, wie im Regierungsprogramm vereinbart, startklar zu machen.

Die Vorzeichen für eine rot-schwarze Schuleinigung waren zuletzt aber alles andere denn von Optimismus getragen. Hahn deponierte jedenfalls noch: "Der Hund liegt im Detail." Und: "Wir reden nur über Schulversuche, nicht über eine neue Schulart."

"Mr. Sicher ned"

Das trifft sich schlecht mit den Absichten der SPÖ, für die sich am Montag der steirische Landeshauptmann Franz Voves noch einmal stark machte. Er forderte von der Bundes-SP "konsequentes Auftreten" gegenüber dem Koalitionspartner. Die SPÖ dürfe sich von der ÖVP "nicht über den Tisch ziehen lassen" und die Mittelschule in den Modellregionen nach dem Schulversuchsparagrafen abwickeln. Voves: "Damit könnte ich nicht leben. Eine derartige Regelung ist zum Scheitern verurteilt."

Mit der Neugebauer-Formulierung, wonach auch Schulen, die gar nicht dabei seien, mit Zweidrittelmehrheit von Lehrern und Eltern mitbestimmen dürfen sollen, will er sich "nicht abspeisen lassen" und so den "verzopften Gehrer-Schüssel-Kurs" weiterfahren. Die Grünen forderten "Mr. Sicher ned Neugebauer" auf, die Blockadepolitik aufzugeben. (Lisa Nimmervoll/DER STANDARD-Printausgabe, 23.10.2007)