Passivrauch, der in geschlossenen Räumen auf Unbeteiligte und deren Lungen einwirkt, gleiche in der chemischen Zusammensetzung qualitativ jenem Rauch, der direkt inhaliert wird. Und Lüftungen in der Gastronomie schützen nicht wirksam, da selbst modernste Systeme die gefährlichen Stoffe nicht vollständig aus der Raumluft entfernen, warnt das Deutsche Krebsforschungszentrum.

Der Rauch, von dem so viele nicht lassen können, enthält neben Nikotin 4.800 Substanzen, von denen viele giftig sind - etwa Blausäure, Acetonitril, Ammoniak und Kohlenmonoxid. Über 70 Stoffe sind nachweislich oder vermutlich krebserregend. Und schon kleinste Belastungen durch polyzklische aromatische Kohlenwasserstoffe, N-Nitrosamine, aromatische Amine, Benzol oder Arsen, Cadmium und Chrom können zur Entwicklung von Tumoren beitragen, warnt die Untersuchung.

Übrigens sind im Nebenstromrauch, das ist jener, der direkt von der Zigarette in die Umgebungsluft abgegeben wird, quantitativ mehr krebserregende Stoffe als im Hauptstromrauch, der inhaliert wird. Im Urin und Blut von Nichtrauchern, die Passivrauch ausgesetzt sind, wurden in mehreren Studien erhöhte Konzentrationen von Kanzerogenen nachgewiesen.

In der aktuellen Diskussion rund um die Feinstaubbelastung, wobei vor allem der Verkehr als Verursacher angeprangert wird, ist ein Experiment besonders aufschlussreich, das einen Dieselmotor mit Tabakrauch vergleichen hat: Während die Maschine 30 Minuten im Leerlauf lief, verglommen im selben Zeitraum drei Zigaretten. Der Tabakfeinstaub übertraf danach in der 60 m3 großen Garage laut Krebsforschungszentrum die europäischen Grenzwerte für die Außenluftbelastung rund siebenmal und jene des Dieselmotors um etwa das Zehnfache.

Bei fortgesetzter Rauchbelastung wie in Lokalen üblich, "führt nicht einmal ein Luftaustausch mit Windstärken eines Tornados zu einer vollständigen Elimination der Schadstoffe des Tabakrauchs". (APA)