Genf/Sanaa - Vor der Küste des Jemen sind 40 Flüchtlinge aus Somalia ertrunken, die von Schleppern ins Meer geworfen worden waren. Das teilte das Verteidigungsministerium in Sanaa am Samstag mit. Die Flüchtlinge wurden demnach an der Einfahrt zum Golf von Aden tot aufgefunden.

Erst vor einer Woche waren vor der Küste des Jemen nach Angaben des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) womöglich bis zu 66 Flüchtlinge aus Äthiopien und Somalia ertrunken. Überlebende hätten von 28 Toten berichtet, die sie am Strand begraben hätten. 29 Äthiopier und neun Somalier würden noch vermisst, sagte UNHCR-Sprecher Ron Redmond. Wahrscheinlich gebe es noch mehr solcher Unglücke, von denen UNHCR aber nie etwas erfahre, so Redmond.

Insgesamt wisse die UN-Organisation von 439 Flüchtlingen, die in diesem Jahr im Golf von Aden ertrunken seien. Etwa 20.000 Menschen hätten in diesem Jahr bisher versucht, in den Jemen überzusetzen. Im vergangenen Jahr waren nach Erkenntnissen des UNHCR 26.000 Menschen geflüchtet. Jeder Bootspassagier müsse zwischen 50 und 150 Dollar (35 bis 105 Euro) zahlen. Nach Angaben Redmonds gibt es zahlreiche Hinweise, dass Menschen geschlagen und vergewaltigt werden. Auch seien die Boote völlig überfüllt, und Menschen erstickten in Maschinenräumen. (APA)