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Die italienische Luxusautoschmiede will nicht nur mit dem neuen Ferrari F430 Scuderia kräftig Gas geben (Bild: Michael Schumacher und Ferrari-CEO Luca di Montezemolo).

Foto: AP/Augstein
Der Umsatz mit dem Geschäft "rund um Ferrari" könnte kommendes Jahr um rund ein Drittel zunehmen. Dies vermuten Marketing-Experten in Maranello, der "Ferrari-Stadt" in Mittelitalien. "Auch wenn der Absatz der Ferrari-Rennwagen nicht unmittelbar explodieren wird, so sind die Auswirkungen auf das Sponsorgeschäft und auf den Verkauf von Fan-Artikeln hunderte Millionen Euro wert", kommentierte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo den Überraschungssieg vom Wochenende.

Ferrari sei "zum Stolz Italiens geworden, vom heurigen Formel-I-Weltmeistersieg wird man noch in hundert Jahren sprechen." Der Titel sei nicht nur das Verdienst der Fahrer, sondern der Erfolg der knapp 3000 Ferrari-Mitarbeiter.

Wachstumsimpulse

Zweifellos bedingt der unerwartete Doppelerfolg am vergangenen Sonntag erhebliche Wachstumsimpulse für das Unternehmen. Als Michael Schumacher den Titel errungen hatte, kletterten die Sponsoreinnahmen um 100 Mio. Euro. Bereits derzeit entfällt rund ein Drittel des Ferrari-Umsatzes auf Fan-Artikel, auf sündteure Spielzeugautos, edle Ferrari-Lederjacken oder Kleinlederwaren.

Die mehrheitlich vom Turiner Fiat-Konzern kontrollierte Ferrari Spa will bereits heuer Rekordergebnisse einfahren.

Der Umsatz von 1,44 Mrd. Euro im Vorjahr soll laut Analysten heuer um mindestens zehn Prozent zunehmen. Der Nettogewinn soll nach 183 Mio. Euro 2006 gemäß den Analystenerwartungen die 200-Millionen-Euro-Grenze erreichen.

Der Formel-I-Weltmeister hat im Vorjahr 5671 Rennautos verkauft. Ferrari hält als echtes Luxusunternehmen die mengenmäßige Produktion unter Kontrolle und steigert trotz großer Nachfrage die Produktion bzw. den Verkauf nur stufenweise.

"Eigentlich ist es ein Luxus, diese Marke zu besitzen", meinte Fiat-Chef Sergio Marchionne. Fiat hatte zum Höhepunkt seiner Krise 2002 rund 35 Prozent der Ferrari-Anteile an die Investmentbank Mediobanca verkauft, sich aber eine Rückkaufoption vorbehalten. Diese nutzte der Konzern auch und kaufte um 890 Mio. Euro im Vorjahr einen Großteil der Anteile wieder zurück. Zehn Prozent der Anteile hält der Enkelsohn des Ferarri-Gründers, Pietro Ferrari. Derzeit wird der Wert von Ferrari auf fünf Mrd. Euro geschätzt. (Thesy Kness-Bastaroli aus Maranello, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.10.2007)