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Eybl-Chef Johannes Elsner bekommt es, wie alle Autozulieferer dick von der Autoindustrie. Der Kostendruck steigt schneller, als neue Fahrzeugmodelle auf den Markt kommen.

Foto: APA/Guenter R. Artinger
Der Autozulieferer Eybl verdient sein Brot härter denn je. Im ersten Halbjahr brach der Umsatz um 15 Prozent ein und der Gewinn besteht – wie die Dividende – aus einer schlanken Null.

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Wien – Der Kremser Autozulieferer Eybl International bekommt Kostendruck und Absatzschwäche der Autoindustrie voll zu spüren. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres (30. September) ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 15 Prozent auf 148 Millionen Euro eingebrochen und das Betriebsergebnis (Ebit) von 4,3 auf 2,5 Millionen Euro. Schuld daran sind laut Eybl-Chef Johannes Elsner der Preisverfall bei Leder und eine Verschiebung im Materialmix weg vom Leder hin zu Stoff.

Besserung ist offenbar nicht in Sicht: "Die Produktion und der Absatz stagnieren seit Jahren. Das wird sich in den nächsten Jahren auch nicht gravierend ändern. Der Wettbewerb unter den Zulieferern wird stark bleiben", so der Ausblick fürs Gesamtjahr. Der Konzernüberschuss wird mit einer schlanken Null angegeben, nach einem Überschuss von 1,1 Millionen Euro in der Vorjahresperiode und minus 0,4 Millionen Euro im absatzschwachen ersten Quartal. "Das Überleben sicherstellen ist das vorrangige Ziel", blieb Elsners Prognose mehr als vage. Immerhin soll das zweite Halbjahr "besser als das erste" werden. Heißt konkret: Der Umsatz soll 300 bis 320 Millionen Euro ausmachen, was 13 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert wäre. Davon waren unterm Strich nur 1,5 Millionen Euro übriggeblieben.

Hoffnungen auf eine Dividende sollten sich Eybl-Aktionäre nicht machen. Das sei nach der Kürzung der Dividende für das Jahr 2006/07 "kein Thema". Die zu rund 37 Prozent im Streubesitz und mehrheitlich im Einfluss der Fries-Gruppe stehende Eybl brauche das Geld für Innovationen. Zukäufe sind kein Thema, die Erschließung von Zukunftsmärkten auch nicht. "Ich zahle keinen Euro für Marktbereinigung", sagt Elsner, und "nach China gehen wir, wenn uns unsere Schlüsselkunden (BMW, VW, Audi, Anm.) rufen." Das gelte auch für Russland. Optimismus bezieht Elsner aus dem Auftragsstand für Sitzbezüge aus Leder und Stoffen und Innenteilen im Wert von einer Mrd. Euro.

Dass die Bilanz aufgrund aktivierter Entwicklungskosten für künftige Aufträge verhübscht sei, weist Elsner zurück. Das sei zwecks Finanzierung der nicht unbeträchtlichen Vorlaufkosten in der Zulieferbranche üblich. Den aktivierten Eigenleistungen stünden schließlich Abschreibungen (Afa) gegenüber, und die seien deutlich höher. (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.10.2007)