Lissabon - Die 27 EU-Staaten haben am Dienstag in Lissabon ihre Gespräche mit zehn Anrainerstaaten des südlichen Mittelmeeres fortgesetzt. Die Mitglieder der "Euro-Mediterranen Partnerschaft" (Euromed) debattierten dabei unter anderem über die Initiative des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy zur Schaffung einer Union der Mittelmeerländer. Der Vorstoß war in der EU-Kommission mit Vorbehalten aufgenommen worden.

Partnerschaften stärken

Sarkozy hatte das Projekt schon während seines Präsidentschaftswahlkampfes ins Gespräch gebracht. Der Plan wurde von Spanien und Italien grundsätzlich begrüßt, in mehreren anderen EU-Staaten und in Brüssel reagierte man mit Zurückhaltung. Namens der EU-Ratspräsidentschaft betonte der portugiesische Außenminister Luís Amado, dies sei eine neue Idee, und es lohne sich, darüber zu diskutieren. EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner sagte, Brüssel begrüße die französische Initiative, sofern sie die bestehende euro-mediterrane Partnerschaft stärke und zusätzliche Vorteile bringe.

Zu Euromed gehören außer den EU-Staaten die Länder Ägypten, Marokko, Algerien, Tunesien, Israel, Jordanien, Libanon, Palästina, Syrien und die Türkei. Libyen war an dem sogenannten Barcelona-Prozess nicht beteiligt. Sarkozy hatte im Oktober die Staats- und Regierungschef der Mittelmeerländer für Juni 2008 zu einem Gipfeltreffen nach Frankreich eingeladen. Dort sollen die Grundlagen der geplanten Union gelegt werden. (APA/dpa/AFP)