Gütersloh - Gerard Mortier, Direktor der Opéra National de Paris, muss auf den Juryvorsitz beim Gesangswettbewerb "Neue Stimmen" der Bertelsmann Stiftung verzichten. Grund seien Streiks in Frankreich, die auch die Pariser Oper betreffen, teilte die Stiftung am Dienstag in Gütersloh mit. Den Juryvorsitz übernehme Kammersänger und Startenor Francisco Araiza kommissarisch. Für den Wettbewerb 2007 hatten sich mehr als 1100 Sänger aus 66 Ländern beworben. 47 von ihnen erreichten die Endrunde, an diesem Samstag ist das Finalkonzert. Der Wettbewerb gilt als eine der weltweit wichtigsten Nachwuchsbörsen im Opernfach.

"Was wir bis jetzt gehört haben, war sehr erstaunlich", erklärte Araiza. "Wir sind ganz glücklich, das Niveau ist sehr hoch." Der erste Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Die Jury, zu der neben Araiza auch die Kammersänger Edith Mathis und Siegfried Jerusalem sowie Musikkritiker Jürgen Kesting gehören, bewertet das technische Können, die musikalische Gestaltung, Stimmqualität sowie die künstlerische Persönlichkeit und Bühnenpräsenz.

Mit dem 1987 gegründeten Wettbewerb begannen Weltkarrieren wie die von Vesselina Kasarova, René Pape oder Nathalie Stutzmann. 2005 gewann die damals 22 Jahre alte Argentinierin Maria Virginia Savastano. (APA/dpa)