Ein Fernsehabend wie im späten Advent: Auf ATV, das in Werbepausen besucht wurde, flimmerte der zweite Teil von "Tausche Leben" über die Mattscheibe und zeigte: Es wird langsam rührselig. Eine vielfache alleinerziehende Mutter aus Tirol tauschte mit einer Mutter aus der Steiermark das "Leben".

Das (finanzielle) Elend der verbraucht wirkenden Tirolerin, wurde in christlicher Nächstenliebe gemildert: Als die Dame nach einer Woche wiederkehrte, waren plötzlich ein bislang fehlendes Fenster im Haus eingebaut - und die defekte Heizung funktionierte auch wieder. Freudentränen, nur der Lebkuchengeruch hat noch gefehlt.

Zwischen den Werbepausen wurde auf Kabel eins an das ebenfalls zart vorweihnachtlich anmutenden Lustspiel "Glauben ist alles!" Lebenszeit vergeudet. Edward Norton, spätestens seit "Fight Club" als wahrlich nicht ganz schlechter Schauspieler etabliert, gab damit sein Regiedebüt und übernahm auch eine Hauptrolle.

Die Geschichte: Er, katholischer Priester, und sein bester Freund, Ben Stiller, ein Rabbi, verlieben sich in eine gemeinsame nach New York heimkehrende Jugendfreundin.

Dramatisch auffällig war dabei vor allem das fehlende komische Talent von Norton, auf dem Ben Stiller wiederum seine ganze Karriere baut. Der Höhepunkt der mit fast zweieinhalb Stunden Dauer eher länglich anmutenden Gefühlsküche: Die Darstellerin von Freundin Anna als Teenager. Blöd daran: Diese war nur in den ersten fünf Minuten zu sehen. (flu/DER STANDARD; Printausgabe, 25./26.10.2007)