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Al Gore bei der in Berlin stattfindenden Klimatagung des deutschen Energiekonzerns EnBW. Da es ein Journalistenverbot setzte, kann man nur vermuten, was er sagte.

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Gore (li) bei einem Treffen mit Kanzler Alfred Gusenbauer in Wien.

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Mobilkom-Austria-CEO Boris Nemsic präsentiert Friedensnobelpreisträger Al Gore zukunftsweisende Handy-Technologie.

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Der Friedensnobelpreisträger und ehemalige US-Präsidentschaftskandidat Al Gore macht bei seiner Klimawandel-Europatour auch in Wien halt. Erfolgreich ist er nicht nur als Aktivist, sondern auch mit seinen Finanzen.

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Wien – Al Gore hat eine Nase für kommende Trends. Wie kaum eine andere prominente Persönlichkeit konnte er sich an die Spitze von Entwicklungen stellen und dabei kräftig mitverdienen. So geschehen beim "Superhighway", dem schnellen Internet, das Geschäfts- und Privatkommunikation revolutionierte. So geschehen bei den Problemen rund um den Klimawandel, einer "unangenehmen Wahrheit", die er mit diesem Titel in Buch, Film und Vortragsreisen vermarktet.

Zwischen – je nach Gerüchtequelle – 140.000 und 240.000 Euro bekommt die erfolgreiche Ich-AG Gore für den Auftritt in Wien. Eingeladen hat der Mobilfunker Mobilkom. Wie es sich für Vortragende mit philantropischem Anstrich gehört, spendet Gore seine Honorare vielfach teilweise oder gänzlich. So wurde das Preisgeld von 1,1 Mio. Euro für den Friedensnobelpreis gespendet – und zwar an das Bündnis für Klimaschutz (Alliance for Climate Protection), dem Gore vorsitzt und das sich einer CO2-freien und damit erneuerbaren Energiepolitik verschrieben hat. Außerdem ist der ehemalige Politiker Chairman der in London und Washington ansässigen Firma Generation Investment Management, die in Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen einsteigt.

Gore, dem die Metapher vom "Information Superhighway" zugeschrieben wird, ist auch stark im kalifornischen Internetbusiness verankert. Er ist an Current TV, einer Kabelfernsehfirma, beteiligt, deren Redaktion unter anderem auf das Mitmachen der Zuseher beim Programm setzt. Gore war Aufsichtsratsmitglied bei Apple Inc. und hatte einen Beraterjob beim Internetkonzern Google. Beide Jobs dürften sehr lukrativ gewesen sein, wie die Silicon-Valley-Insiderzeitung San Jose Mercury News glaubt. Im Rahmen des Aktienoptionenprogramms, das Apple-Chef Steve Jobs für seine leitenden Mitarbeiter initiierte (und für dessen Rückdatierung sich die US-Aufsichtsbehörde SEC im Frühjahr interessierte) soll Albert Gore 4,7 Millionen Dollar (3,3 Mio. Euro) abgecasht haben. Genau weiß man das nicht; als Privatmann muss der Nobelpreisträger seine Finanzlage nicht öffentlich machen.

Die meiste Energie verwendet Gore für Bücherschreiben, Filmemachen und Vortragstätigkeiten, wie im Falle "Eine unbequeme Wahrheit" über das Thema Klimawandel. Dabei ist das nächste Projekt bereits auf Schiene. In dem kürzlich auf Deutsch erschienen Buch "Angriff auf die Vernunft" geht es um Fundamentalismus, Manipulation und – Medien. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.10.2007)