Wien - Schon die antiken Griechen und Römer haben sich Sportevents zusätzlich spannend gemacht, indem sie auf deren Ausgang wetteten, also "sponsiones" abschlossen. Bei Olympischen Spielen und im Circus Maximus wurde auf Athleten, Gladiatoren, Pferde und Gespanne gewettet.

Pferderennen gaben dem Wetten auch in der Neuzeit, im England des 18. Jahrhunderts, wieder Auftrieb. Zweite klassische Wettsportart war das Boxen. Auf Fußball wird seit den 1920ern gewettet, heute werden hier die höchsten Umsätze erzielt. In Schweden gab es ab 1934 ein staatliches Unternehmen zur Durchführung von Toto-Wetten. In Deutschland und Österreich konnte sich die Sportwette erst nach dem Zweiten Weltkrieg durchsetzen.

Internet und EU-Gesetze ermöglichen privaten Anbietern immer mehr und bessere Geschäfte. Offen ist noch, ob staatliche Monopole modifiziert erhalten bleiben oder generell fallen. Laut dem Gambelli-Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom November 2003 darf der Schutz des Glücksspielmonopols nicht fiskalischen Interessen dienen und dürfen staatliche Angebote nicht massiv beworben werden, wenn nicht gleichzeitig private Anbieter zugelassen sind.

Skandalös, folgenlos

Der Wettbetrug dürfte fast so alt sein wie das Wetten an sich. "Schiedsrichter soll man prügeln oder schmieren", hat etwa Alexis Kouglas gesagt, der Präsident des griechischen Fußballklubs AEK Athen war. Geprügelt wird selten. Wettskandale wie im italienischen und im deutschen Fußball oder in der US-Basketball-Liga NBA haben in jüngster Zeit für Aufregung gesorgt, dem Wettgeschäft insgesamt aber rein gar nicht geschadet. (DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, Freitag, 25., 26. Oktober 2007, Fritz Neumann)