Wien - "Maher vermittelt Werte, von denen wir im Westen etwas lernen können", beschreibt Christine Lendorfer, Lehrerin und Mitglied des Komitees für die Hilfsorganisation "Maher" an der Vienna International School (VIS) die Wichtigkeit des Projektes in Westindien. Sie besuchte zweimal Vadhu Budruk, den Hauptsitz von "Maher", um sich zu überzeugen: "Man glaubt als Schenkender zu kommen und geht als Beschenkter".

Als einzige Schule unterstützen nicht nur Lehrer und Eltern der VIS seit nunmehr zwei Jahren indische Frauen und Kinder dabei, zu Bildung, regelmäßigem Essen und einem Dach über dem Kopf zu kommen, auch Schüler engagieren sich für "Maher".

Sozialarbeit lohnt sich

"Letztes Jahr haben wir einen Basar veranstaltet, um zu Spendengeldern zu kommen", so die 17-jährige Schülerin Cilu Mathew, die zur "Maher Interest Group" der 11. Klasse der VIS gehört. 150 Stunden müssen außerhalb des Unterrichts von den Schülern für Projekte wie dieses investiert werden, sonst gibt es kein Maturazeugnis. "Uns ist es aber nicht nur deshalb wichtig, Frauen und Kindern zu helfen, zu neuen Chancen zu kommen", erklärt Mathew ihre Motivation.

Kampf für WC-Anlage

Die Gründerin und Leiterin von "Maher", Lucy Kurien besuchte gestern die VIS und ist dankbar für die Hilfe aus Wien: "Dank diesen Spenden letztes Jahr konnte in Apti ein Haus errichtet werden, in dem 25 Kinder leben", erzählt sie. Seit der Gründung vor zehn Jahren wurden 940 Kinder und 1200 Frauen durch die Errichtung von Kindergärten, Tagesheimen und Verbesserung der hygienischen Rahmenbedingungen unterstützt.

Die Arbeit wurde ihr nicht immer leicht gemacht: "Einmal musste ich kämpfen, damit ich Geld von Spendern und den Willen der Schule bekam, eine WC-Anlage bauen zu lassen", berichtet Kurien. Mit 6000 Euro, von VIS-Direktor James Walbran bei ihrem Besuch am Mittwoch überreicht, dürfte sie sich wieder leichter tun. (Nora Edelsbacher/DER STANDARD Printausgabe 25.10.2007)