Wien - Die Wiener Börse hat die Dienstag-Sitzung bei eher geringem Volumen mit etwas tieferer Tendenz beendet. Der Fließhandelsindex ATX fiel gegenüber dem Montag-Schluss (4.867,78) um 32,76 Punkte oder 0,67 Prozent auf 4.835,02 Zähler. Gegenüber Ultimo 2006 liegt der ATX per heute 371,55 Punkte oder 8,32 Prozent im Plus. Der ATX Prime schloss mit einem Minus von 0,68 Prozent oder 15,74 Punkten bei 2.302,87 Einheiten.

Schritt für Schritt tiefer ins Minus

Der Aktienhandel verlief am Dienstag trotz einer großen Zahl an Unternehmensnachrichten und Analystenkommentaren Marktteilnehmern zufolge ruhig. Wenige Investoren trauten sich Händlern zufolge, vor dem morgigen Zinsentscheid der US-Notenbank Fed größere Positionen einzugehen. Der ATX drehte nach einem positiven Start bald ins Minus, ließ im Verlauf stetig weiter nach und wurde von schwachen US-Daten im Späthandel noch einmal tiefer gedrückt.

Tagesgespräch waren die Drittquartalszahlen der Erste Bank. Händlern und Analysten zufolge waren diese ohne Auffälligkeiten nach oben oder unten ausgefallen. Mehrere namhafte internationale Investmenthäuser meldeten sich im Anschluss an die Veröffentlichung der Ergebnisse zu Wort, unter ihnen Bear Stearns, Sal. Oppenheim und die WestLB. Heimische Analysten der RCB und der UniCredit (CA IB) bestätigten ihre Kaufempfehlungen.

Die Aktien der Erste Bank verschlechterten sich um 1,85 Prozent auf 55,85 Euro (872.917 gehandelte Stück in Einfachzählung). Ein Händler sprach von Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kursaufschlägen. Zudem wurde der gesamte Bankensektor europaweit von den schwachen Zahlen der UBS belastet. Raiffeisen International gaben im Sog um 0,65 Prozent auf 111,89 Euro nach (100.668 Stück).

OMV legte deutlich zu

Unter den weiteren Schwergewichten legten OMV mit weitem Abstand am deutlichsten zu. Die Papiere gewannen 1,53 Prozent auf 51,0 Euro (713.840 Stück). Dem ungarischen Öl- und Gaskonzern MOL wird der politische Druck aus Österreich im Zusammenhang mit den Bemühungen der OMV, den ungarischen Konkurrenten zu übernehmen, zunehmend lästig. Zahlreiche Unternehmen in Zentral- und Osteuropa würden dieses "imperialistische Gebaren" kritisch zur Kenntnis nehmen, ließ MOL-Sprecher Szabolcs Ferencz Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) über das "WirtschaftsBlatt" ausrichten.

Eine Übernahme vermeldete die voestalpine. Der Stahlhersteller hat einen Anteil von 75 Prozent am brasilianischen Profilform-Spezialisten Meincol Distribuidora de Aco gekauft. Die Aktien der voestalpine gaben um 2,04 Prozent auf 62,45 Euro nach (416.442 Stück). Mitbewerber Böhler-Uddeholm legte geringfügig um 0,01 Prozent auf 72,51 Euro zu (63.992 Stück).

Die zehn größten Kursgewinner von Dienstag:

1. TEAK HOLZ INT. AG +5,75 Prozent 2. SW UMWELTTECHNIK AG +3,09 Prozent 3. BWT AG +1,96 Prozent 4. OMV AG +1,53 Prozent 5. EYBL INTERNATIONAL AG +1,35 Prozent 6. CHRIST WATER TECHNOLOGY AG +1,33 Prozent 7. AVW INVEST AG +1,16 Prozent 8. TELEKOM AUSTRIA AG +1,02 Prozent 9. IMMOEAST AG +0,59 Prozent 10. ANDRITZ AG +0,51 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer von heute:

1. HIRSCH SERVO AG -5,19 Prozent 2. BWIN INT. ENTERT. AG -4,90 Prozent 3. A-TEC INDUSTRIES AG -4,51 Prozent 4. ZUMTOBEL AG -3,13 Prozent 5. MEINL EUROPEAN LAND LTD. -2,94 Prozent 6. WOLFORD AG -2,77 Prozent 7. ROSENBAUER INTERNATIONAL AG -2,67 Prozent 8. SPARKASSEN IMMOBILIEN AG -2,59 Prozent 9. WIENERBERGER AG -2,43 Prozent 10. VERBUNDGESELLSCHAFT AG KAT. A -2,33 Prozent

(APA)