Für Aufregung hat am Donnerstag ein ORF-Bericht gesorgt, wonach es im Fall der Brand-Katastrophe von Kaprun eine Einigung über Schadenersatz gebe.

Justizministerin Berger dementiert

Das Geld soll vom Staat und den Firmen, ohne eine gerichtliche Verpflichtung bereitgestellt werden, berichtete das Ö1- Nachrichtenradio. Das wäre in der Geschichte der Republik einmalig. Justizministerin Berger dementierte umgehend: Eine Einigung sei erst bei einer Sitzung mit den Opfer-Vertretern am 6. November möglich. Auch der in einem ORF-Beitrag zitierte Anwalt der Gletscherbahnen Kaprun AG, Thomas Frad, stellte inzwischen in einer Aussendung an die APA klar, dass eine Lösung mit den Hinterbliebenen erst im Rahmen der Kommission gefunden werden müsse. Frad betonte, dass er keinerlei Aussage über die Höhe des Schmerzengeldes getätigt habe.

Weitere Dementis

Weitere Dementis über eine kolportierte Einigung über das Schmerzengeld für die Kaprun-Hinterbliebenen kamen am Donnerstagnachmittag. Sowohl der Vorsitzende der Vermittlungskommission, Nationalbank-Gouverneur Klaus Liebscher, als auch Hinterbliebenen-Anwalt Herwig Hasslacher bestätigten, dass es noch keine Übereinkunft gäbe. Liebscher sagte, dass eine Einigung über die Höhe der Schadenersatzzahlungen mit den Hinterbliebenen der Kaprun-Katastrophe noch nicht erzielt worden sei. "Ein diesbezüglicher Vorschlag wurde von der Vermittlungskommission ausgearbeitet, den Rechtsvertretern der Hinterbliebenen mitgeteilt, um in der Sitzung am 6. November 2007 diskutiert zu werden." Eine Einigung sei nur dann möglich, wenn eine Zustimmung von allen Hinterbliebenen erfolge. Er hoffe natürlich im Interesse dieser auf einen Abschluss in den kommenden Gesprächen, unterstrich der Vorsitzende der Vermittlungskommission. Opfer-Angehörige: Summe völlig inakzeptabel Die Opfer-Angehörigen seien empört über diese Meldung, beschwerte sich auch Hinterbliebenen-Anwalt Hasslacher. Die kolportierte Einigung von über 13 Millionen Euro sei lediglich ein Angebot und "liegt weit unter dem, was bereits seitens der in die Katastrophe involvierten Firmen in der Vermittlungskommission offeriert wurde. Die genannte Summe ist völlig inakzeptabel und weit entfernt von den berechtigten Forderungen der Hinterbliebenen", entrüstete sich Hasslacher.(APA)