Budapest - Zu einer Brückenblockade ruft die rechtsextremistische Internetseite "Kurucinfo" in Ungarn auf. Nach dem Aufruf soll die Budapester Elisabethbrücke ab morgen, Freitag, 8.00 Uhr, aus Protest gegen die Regierung gesperrt werden. Es müssten endlich "Taten" folgen, um den sozialistischen Premier Ferenc Gyurcsany und sein Kabinett zu stürzen sowie Neuwahlen anzusetzen.

Die Aktion wird von "Kurucinfo" mit der "Taxiblockade" verglichen, die vor genau 17 Jahren stattfand. Damals protestierten die Taxifahrer in ganz Ungarn gegen die Erhöhung der Treibstoffpreise um 60 Prozent und blockierten Budapester Brücken.

Lügnerrede

Seit Veröffentlichung der sogenannten Lügenrede von Premier Gyurcsany, in der er die Wähler über die wahre Lage im Lande belogen hätte, habe es kein "organisiertes radikales Auftreten" gegeben - so "Kurucinfo". Für den "Kampf des Volkes" am Freitag auf der Elisabethbrücke gibt die Website einen genauen Schlachtplan vor. Die Mutigen sollen "an die Front", die "Feigen" sollen wenigstens die "Kämpfer ermutigen", Tränengasbomben könnten leicht in die Donau geworfen werden.

Der Budapester Polizeipräsident Gabor Toth erklärte am Mittwochabend im ungarischen öffentlich-rechtlichen TV, die Polizei werde im Rahmen der gegebenen rechtlichen Möglichkeiten entschieden gegen jede Rechtsverletzung auftreten. Somit auch Einsatz gegen die angekündigte Blockade, die keine angekündigte Demonstration sei. (APA)