Washington - Der afghanische Präsident Hamid Karzai hat die USA wegen der hohen Zahl ziviler Opfer um eine Verringerung ihrer Luftangriffe gegen Aufständische gebeten. Karzai sagte in einem Interview des US-Fernsehsenders CBS, es gebe "Alternativen" zu Luftangriffen. "Die afghanische Bevölkerung versteht, dass Fehler gemacht werden", betonte Karzai.

Die USA und die Koalitionstruppen töteten Zivilisten nicht "vorsätzlich", sagte er. Die USA seien im Lande, um den Afghanen zu helfen. Seine Landsleute könnten aber nicht begreifen, warum immer noch Luftangriffe geflogen werden müssten. Karzai sagte, er habe diese Bitte bereits gegenüber US-Präsident George W. Bush geäußert.

Das Interview soll am kommenden Sonntag ausgestrahlt werden. CBS veröffentlichte am Donnerstag (Ortszeit) im Internet einen Vorausbericht.

Ein Sprecher der Koalitionstruppen in Afghanistan sagte dem Sender, häufig würde in letzter Minute auf geplante Luftangriffe verzichtet, weil Zivilisten in Gefahr geraten könnten. Luftangriffen gehe eine genaue Prüfung voraus, betonte Oberst Gary Crowder, der stellvertretender Chef des Kommandozentrums für Luftangriffe in der Region ist.

Zwei Nato-Soldaten getötet

Bei Kämpfen mit Aufständischen sind im Osten Afghanistans zwei NATO-Soldaten ums Leben gekommen. Drei weitere wurden bei dem Gefecht in der Provinz Kunar am Donnerstag verletzt, wie die Allianz am Freitag mitteilte. Über die Nationalität der Opfer war zunächst nichts bekannt. Die meisten Soldaten in der Region sind US-Amerikaner. In der Provinz Sabul im Süden des Landes wurden bei einem Luftangriff am Freitag 18 Taliban getötet. Unter ihnen seien auch ausländische Kämpfer, erklärte ein afghanischer Behördensprecher.

(APA/dpa)