Rom - Das Kassationsgericht in Rom, die dritte und letzte Instanz im italienischen Strafsystem, hat am Freitag den italienischen Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi vom Vorwurf der Korruption freigesprochen. Damit wurde das erst- und zweit instanzliche Urteil bestätigt.

Im Verfahren ging es um Bestechung von Richtern im Zusammenhang mit dem Verkauf des Lebensmittelkonzerns SME in den späten 80er Jahren. Berlusconis Gruppe Fininvest soll Schmiergelder an Richter gezahlt haben, um den Kauf des halbstaatlichen SME durch den Industriellen Carlo De Benedetti zu verhindern, hatte der Vorwurf verlautet.

Berlusconi feierte seinen Freispruch im elfjährigen Mailänder Korruptionsprozess. "Gegen mich ist eine schändliche Hasskampagne geführt worden. Milliarden sind für eine Untersuchung ausgegeben worden, in die ich niemals hätte geraten sollen", kommentierte Berlusconi nach Angaben italienischer Medien.

Berlusconi hat trotz des Freispruchs aber noch nicht alle Probleme mit der Justiz bewältigt. Er ist noch bei zwei weiteren Prozessen wegen Bilanzfälschung und Korruption in Zusammenhang mit dem Kauf von Filmübertragungsrechten vor einem Mailänder Gericht angeklagt. Er hat bisher stets seine Unschuld beteuert und sich als Opfer einer Verschwörung der Staatsanwälte bezeichnet. (APA)