Berlin - Die im September in Deutschland verhafteten drei Terrorverdächtigen hatten einem Magazinbericht zufolge ein "Fanal" (Leuchtfeuer) in Deutschland zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September in den USA geplant. In abgehörten Gesprächen hätten die Verdächtigen mehrere Szenarien durchgespielt, berichtete das Magazin "Focus" am Samstag vorab. Als Anschlagziele seien Gaststätten, Diskotheken, US-Stützpunkte, die israelische Botschaft, die Fast-Food-Kette McDonald's und Flughäfen in der Diskussion gewesen.

Motiv der Tatverdächtigen sei gewesen, nicht nur die USA, sondern auch Deutschland wegen seines Engagements in Afghanistan zu bestrafen, hieß es in dem Vorabbericht weiter. Der deutsche Tatverdächtige Daniel S. habe gefordert: "Die Deutschen kriegen eine auf die Fresse."

Autobombe

In ihren Unterhaltungen hätten die Tatverdächtigen mit einer hohen Zahl an Opfern spekuliert. "Jeder Anschlag 50 Stück ... ein paar Verletzte, das sind 150 Stück, und dann noch diese Flughafensache", zitierte das Magazin aus einem der abgehörten Telefonate. Einer der Verhafteten habe dafür plädiert, in den Zielobjekten per Feueralarm eine Panik auszulösen und dann eine Autobombe in der herausstürmenden Menschenmenge zu zünden. "Eine gute Taktik, die kommen raus, du fährst rein, und dann - Bumm", habe einer der Tatverdächtigen vorgeschlagen. Die meisten Menschen würden dann durch Splitter sterben.

Anfang September waren die drei Terrorverdächtigen nach monatelanger Observation im Sauerland verhaftet worden. Sie hatten nach Angaben der Bundesanwaltschaft massive Anschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland geplant. (APA/Reuters)