Paris - In Frankreich kündigt sich wieder eine konfliktreiche sozialpolitische Woche an. Die Angestellten der Staatsbahn SNCF und des Pariser Verkehrsverbundes RATP werden kommenden Mittwoch über eine neue Streikwelle gegen die geplante Pensionsreform beraten.

Was die Angestellten von SNCF, RATP sowie der Energiekonzerne EdF und GdF, anlangt, so verfällt ihr Ultimatum am Mittwoch. Sollte es bis dahin nicht zu Zugeständnissen seitens der Regierung in der geplanten Reform ihres Sonderrentensystems kommen, dann wollen die Angestellten erneut in den Ausstand treten. Am Freitag und Samstag schlossen sich dem Streik auch die knapp 1.700 Angestellten der Pariser Oper an, die ebenfalls von einem Frührentenwesen profitieren.

Nach dem ersten Ausstand vom 18. Oktober drohen die Gewerkschaften nun in den öffentlichen Verkehrsmitteln mit einem längeren Streik Mitte November. Arbeitsminister Xavier Bertrand (UMP) versprach den Sozialpartnern nach einer Aussprache am Freitag, mit ihnen erneut Kontakt aufzunehmen, um eine Antwort auf ihre Forderungen zu geben. Gegenwärtig müssen die Angestellten der betroffenen Staatsbetriebe nur 37,5 Jahre Sozialabgaben zahlen, um in den Genuss einer Vollrente zu gelangen. Die Beitragsjahre sollen nach dem Willen von Präsident Nicolas Sarkozy (UMP) bis 2009 auf 40 und bis 2012 auf 41 angehoben werden.

Die Einheit der Gewerkschaftsfront könnte allerdings zerbröckeln, nachdem bereits die autonome Arbeitnehmerorganisation der Lokführer FGAAC direkte Verhandlungen mit Arbeitsminister Bertrand aufgenommen hat. Auch mit den Staatsbediensteten, die ebenfalls eine Protestbewegung angedroht haben, wird die Regierung bereits am Montag direkte Verhandlungen aufnehmen. Die Beamten protestieren dagegen, dass ihre Beitragsjahre bis 2012 auf 41 angehoben werden sollen, nachdem sie in einer ersten Reform 2003 bereits von 37,5 auf 40 gebracht worden waren. (APA)