Die Telekom Austria plant offenbar neue Internet-Aktionen für das Weihnachtsgeschäft. Davon geht zumindest Konkurrenz aus, nachdem die Telekom ihren Mitbewerbern bereits entsprechende angepasste Großkunden-Tarife (Wholesale) vorgelegt hat. Die Mitbewerber schlagen nun Alarm. Käme die Telekom tatsächlich mit den sich abzeichnenden Dumping-Preisen auf den Markt, bringe das die alternativen Anbieter "in echte Gefahr", sagte der Generalsekretär des Internetprovider-Verbands ISPA , Kurt Einzinger, am Montag.

"Wir verstehen die Aufregung nicht. Wir kennen das Thema und arbeiten bereits an einer Lösung"

Die Mitbewerber fordern jetzt, dass die Telekom auch die Mietgebühren für Leitungen senkt. Die Telekom selbst zeigte sich gesprächsbereit. "Wir verstehen die Aufregung nicht. Wir kennen das Thema und arbeiten bereits an einer Lösung", sagte eine TA-Sprecherin des Konzerns auf APA-Anfrage. Reaktion Einzingers: "Das würde uns freuen." Bisher habe die Telekom jedoch weder ein Angebot gemacht, noch sich verhandlungsbereit gezeigt.

Gutteil

Auf die zwei Monate um Weihnachten entfalle ein Gutteil des Jahresgeschäfts. "Vor allem die kleineren lokalen Internetanbieter sind extrem unter Druck. Wenn ihnen das Geschäft wegbricht, stehen sie vorm Zusperren oder vorm Verkauf, womöglich wieder an die Telekom, wie zuletzt bei eTel oder bei den Tele2-Mobilfunkkunden", warnte Einzinger. Aber auch die letzten zwei verbliebenen großen Konkurrenten Tele2 und UPC/Inode kämen "unter Druck", weil es für sie nicht mehr möglich sei, bei entbündelten Leitungen die Telekom-Tarife zu unterbieten.

Um direkt einen neuen Kunden anbinden zu können, müssen die Telekom-Konkurrenten entbündelte Endkundenleitungen von der Telekom mieten. Die Entbündelungstarife, zu denen die Telekom die Leitungen an die Alternativen abgeben müssen, werden von der Telekom-Regulierungsbehörde festgesetzt. Die ISPA hat die Regulierungsbehörde nun in einem Brief aufgefordert, auch diese Entbündelungstarife unverzüglich zu senken und die Telekom dazu zu bringen, Entbündelung nicht mit technischen Begründungen zu blockieren. "Man wird bald sehen, ob sich die Regulierungsbehörde weiterhin auf der Nase herumtanzen lässt", so die ISPA. (APA)