Slowenien bekommt einen dritten Handynetz-Betreiber. Die Tusmobil des Einzelhandelsmagnaten Mirko Tus nimmt am Mittwoch ihre Tätigkeit auf. Tusmobil hatte die Frequenzen vom amerikanischen Mobilnetz-Betreiber Western Wireless International übernommen, der sich im Vorjahr nach weniger als fünf Jahren vom slowenischen Markt zurückzog.

200 Millionen Euro

Das 2006 gegründete slowenische Mobilfunk-Unternehmen Tusmobil will innerhalb von drei Jahren insgesamt 200 Mio. Euro in die Errichtung eines eigenen Mobilfunknetzes investieren. Bisher wurden rund 30 Mio. Euro an Infrastruktur-Investitionen getätigt. Derzeit kann Tusmobil mit 50 Basisstationen 39,2 Prozent der Bevölkerung versorgen, eine flächendeckende Abdeckung wird für 2009 geplant. Bis dahin wird die Versorgung durch nationales Roaming beim Marktführer Mobitel gewährleistet.

Tusmobil will bis zum Jahresende einige Tausend Kunden haben, bis Ende 2008 sollen bereits Zehntausende Slowenen über Tusmobil telefonieren. Das Unternehmen wünscht sich nach Medienberichten einen Marktanteil von 20 bis 25 Prozent. Zum Vergleich: Die Tochter der österreichischen Mobilkom, Si.mobil, hatte in der ersten Jahreshälfte 2007 mit 463.000 Kunden nach eigenen Angeben einen Marktanteil von 26 Prozent. Der Marktführer Mobitel, die Mobiltochter der slowenischen Telekom, hatte mit 1,27 Mio. Kunden einen Marktanteil von 69 Prozent.

Mobitel und Si.mobil

Am slowenischen Markt sind derzeit zwei Mobilfunk-Betreiber mit eigener Netzinfrastruktur tätig – Mobitel und Si.mobil. Außerdem gibt es noch drei virtuelle Netzanbieter (MVNO), die die Funknetze von Mobitel und Si.mobil benützen.

Tusmobil ist eine Tochter der Tus Telekom. Zur Unternehmensgruppe, die dem reichsten Slowenen Mirko Tus gehört, gehört auch die drittgrößte slowenische Einzelhandelskette Engrotus. (APA)