Kunst- und Antiquitätenmessen in Wien

Wien - Eine Premiere gewissermaßen: Die traditionellen Kunst- und Antiquitätenmessen finden heuer annähernd zeitgleich statt. Im Angebot stehen Kunstwerke aus allen Epochen der Kunstgeschichte. Ab 1. November (bis 11. November 2007) locken 38 Aussteller der Wikam (Wiener Internationale Kunst und Antiquitätenmesse) in die Palais Niederösterreich und Ferstel, analog wartet eine von Markus Kristan (Albertina) kuratierte Sonderausstellung "Josef Hoffmann - Villenkolonie Hohe Warte". Ab 3. November (bis 11. November 2007) breiten dann 47 Kunsthändler in den Prunkräumen der Wiener Hofburg ihre Schätze aus. Beide Messen verbuchten zuletzt an die 15.000 Besucher. Samstag und Sonntag sind naturgemäß die stärksten Tage, wochentags können Interessierte dagegen deutlich entspannter goutieren.

Vom Offizier zum Maler

Wien - Dank akribischer Recherchearbeit wurde jetzt Karl Berchtold aus dem Tross der vergessenen Künstler hervorgeholt. Der Wiener Kunsthändler Erich Tromayer widmete dem Künstler jetzt eine Sonderausstellung samt begleitendem Katalog. Einige Arbeiten werden im Rahmen der Hofburg-Messe für Kunst und Antiquitäten zu sehen sein. Der im Jahr 1896 in Innsbruck geborene Berchtold, Spross einer Tiroler Adelsfamilie, absolvierte - ähnlich wie Alexander Lernet-Holenia - zuerst eine Militärlaufbahn, bevor er an der Akademie der schönen Künste in Prag studierte. Die zum Verkauf stehenden Ölgemälde stammen aus den 40er- und 50er-Jahren und kosten zwischen 3000 und 6000 Euro.

Nachbericht zur 65. Kunstauktion

Wien - Zum 65. Mal schwang Otto Hans Ressler "im Kinsky" am 23. und 24. Oktober den Hammer. Insgesamt konnten 52 Prozent des Angebotes abgesetzt und brutto 3,8 Millionen Euro eingespielt werden. Im Einzelnen trugen die Sparten wie folgt dazu bei: 187.800 Euro für Alte Meister, 1,2 Millionen Euro bei Gemälden des 19. Jahrhunderts, 780.850 Euro in der Kategorie Zeitgenossen, in der mit netto 120.000 Euro für Wolfgang Holleghas unbetitelte Arbeit der höchsten Zuschlag der zweitägigen Serie bewilligt wurde. Asiatika blieben mit etwas mehr als 156.000 Euro allerdings deutlich hinter der Frühjahrssitzung (523.000 Euro) zurück, Antiquitäten gefielen bis zu knapp 754.000 Euro. (kron/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31. 10. 2007)