Bagdad - Die irakische Regierung hat am Mittwoch Informationen widersprochen, denen zufolge der größte Staudamm des Landes im Norden zu brechen drohe. "Diese Informationen sind völlig falsch", sagte Regierungssprecher Ali Debbagh der Nachrichtenagentur AFP. Das Bauwerk am Tigris, das sich 370 Kilometer stromaufwärts nördlich der Stadt Mossul befindet, werde ständig überwacht. "Unsere Mannschaften arbeiten Tag und Nacht, um den Damm zu befestigen", sagte Debbagh.

20 Meter hohe Flutwelle

US-Experten hatten zuvor in Washington die Befürchtung geäußert, der Mossul-Damm könne unter dem Wasserdruck nachgeben und eine 20 Meter hohe Flutwelle auslösen. "Mit Blick auf die inneren Auswaschungen an den Fundamenten ist der Mossul-Damm der gefährlichste Staudamm der Welt. (...) Wenn nur ein kleines Problem auftritt, ist ein Bruch wahrscheinlich", warnten Ingenieure der US-Armee demnach bereits im vergangenen Jahr in einer vorläufigen Risiko-Einschätzung, die in den Bericht eingeflossen ist.

Der Mossul-Staudamm war 1984 fertiggestellt worden und soll die in der Umgebung lebende Bevölkerung und ihre Landwirtschaft mit ausreichend Wasser versorgen sowie Strom erzeugen. Er wurde auf Kalkstein gebaut, der relativ schnell von Wasser ausgehöhlt wird. (APA/AFP)